Notfallseelsorge
  • 21. Bundes­kon­gress
  • Programm
    • Mi | 17.06.2026
    • Do | 18.06.2026
    • Fr | 19.06.2026
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Bundes­kon­gress 2026

Programm: Donnerstag, 18.06.2026

9.00 Uhr

Geist­licher Impuls

mit:

Pfarrer Olaf Schaper, Leitender Notfall­seel­sorger, Düsseldorf

9.30–11.00 Uhr
Vorlesung a

Wie funktio­niert gute  Teamleitung in der PSNV?

Referie­rende:

Pasto­ral­re­ferent Peter Bromkamp, Koordi­nator der katho­li­schen Notfall­seel­sorge im Bistum Münster

9.30–11.00 Uhr
Vorlesung

Das Trauma­zentrum des BBK

Referie­rende:

Claudia Schedlich

9.30–11.00 Uhr
Vorlesung

Evaluation der Psycho­so­zialen Akuthilfe aus der Perspektive Betroffener

Von der alltags­nahen PSAH zur PSNV in komplexen Lagen: Aktuelle Forschungs­er­geb­nisse und Erfah­rungen aus der Praxis

Einsatz­kräften in der Psycho­so­zialen Akuthilfe bleibt nach Einsätzen in erster Linie das eigene Empfinden dazu, wie gelungen eine Betreuung verlaufen ist; Rückmel­dungen Betrof­fener sind selten und syste­ma­tische Befra­gungen insbe­sondere zu alltags­nahen Einsätzen gibt es bislang kaum. Aber was sagen Betroffene Wochen und Monate später darüber, wie sie die Betreuung durch die PSAH erlebt haben und wie es ihnen inzwi­schen geht? In einem Forschungs­projekt der Ludwig-Maximi­lians-Univer­sität München mit dem KIT-München wurde diesen und weiteren Fragen nachge­gangen. Im ersten Teil des Beitrags werden zentrale Ergeb­nisse der Unter­su­chung vorge­stellt, die so seltene wie wertvolle Einblicke in die Erlebenswelt Betrof­fener gewähren und manch überra­schende Erkenntnis ebenso bereit­halten wie bewegende Rückmel­dungen. 

In Teil 2 des Beitrags wird der Blick über alltagsnahe Lagen hinaus in Richtung komplexe Lagen geöffnet. Mit Fokus auf besondere Zielgruppen (insbe­sondere Kinder und Jugend­liche) orien­tiert sich der Beitrag dabei am Beispiel des Anschlags München Stigl­mai­er­platz 2025. Im Februar des vergan­genen Jahres war dort ein Fahrzeug in einen Demons­tra­ti­onszug gesteuert worden. Welche Erfah­rungen und Heraus­for­de­rungen zeigen sich mit Blick auf das Vorgehen der gesamten PSNV? Welche konkreten Strategien haben sich bewährt und welche konkreten Empfeh­lungen zur Begleitung (nicht nur) von Kindern nach großen und komplexen Schadens­lagen lassen sich ableiten? Wie spricht man mit Kindern über solche Ereig­nisse und welche typischen Risiken in der Akutbe­treuung zeigen sich? Der Beitrag will konkrete Anregungen auch über die ersten Stunden hinaus vorstellen.

Referie­rende:

Simon Finkeldei ist Diplom Psychologe, Psycholog. Psycho­the­rapeut (VT), Lehrthe­rapeut, Super­visor. Nach seiner Tätigkeit im Rettungs­dienst studierte Herr Finkeldei Psycho­logie an der Julius-Maximi­lians-Univer­sität Würzburg. Seit 1999 ist er im Bereich Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung aktiv. 2007 war er am von Tita Kern entwi­ckelten Konzept APSN und dessen Umsetzung im Pilot­projekt „KIDS – Kinder nach belas­tenden Ereig­nissen stützen“ beteiligt. Herr Finkeldei ist Psycho­the­ra­peu­ti­scher Leiter der Kinder­Kri­sen­In­ter­vention der AETAS Kinder­stiftung (www.aetas-kinderstiftung.de) und stell­ver­tre­tender Aufsichts­rats­vor­sit­zender des Trauma Hilfe Zentrums München e.V.. Als Dozent lehrt er zu den Schwer­punkt­themen Krisenintervention/Notfallpsychologie, Suizid­prä­vention, Traumatherapie.

Sebastian Hoppe ist Psychologe und bei der AETAS Kinder­stiftung in München tätig. Seit Jahren forscht er zur Frage der Wirksamkeit von Krisen­in­ter­vention und lehrt zu verschie­denen Themen der Psycho­so­zialen Akuthilfe. Ehren­amtlich engagiert er sich im Münchner Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam KIT-München, das er zuvor fachlich leitete. So vereint er Erfah­rungen aus Einsatz­praxis, Leitung, Forschung und Lehre in der Krisenintervention.

9.30–11.00 Uhr
Vorlesung b + C
9.30–10.15 Uhr
Vorlesung b

Ethische Fundie­rungen kirch­lichen Handels in militä­risch indizierten Lagen

Kurze Einführung in die Friedens­denk­schrift „Welt in Unordnung – gerechter Friede im Blick“ und die spezi­fische Praxis der Seelsorge

Im Auftrag der Deutschen Bischofs­kon­ferenz und der Evange­li­schen Kirche in Deutschland wurde ein Rahmen­konzept zur Seelsorge und Akutin­ter­vention im Spannungs‑, Bündnis und Vertei­di­gungsfall entworfen. Was kann die Aufgabe von Kirchen in solchen Szenarien sein?
Nach einer Einführung in das Konzept werden zivile und staat­liche Träger von Katastrophen- und Zivil­schutz auf das Papier reagieren und ihre eigenen Vorbe­rei­tungen zur Sprache bringen. Abschließend erfolgt eine kirch­liche Einordnung des Konzepts und es werden Fragen der Umsetzung erörtert. 

10.15–11.00 Uhr
Vorlesung c

Kirch­liche Einordnung und Umsetzung!

 

Referie­rende (Vorlesung B):

Militär­dekan Dr. Dirck Ackermann, Referats­leitung Referat II für Seelsorge und Theolo­gische Grund­satz­an­ge­le­gen­heiten, etc. der Bundeswehr

Referie­rende (Vorlesung C):

Oberkir­chenrat Andreas Jensen, Referat Seelsorge, Gemein­de­formen, Gottes­dienst im Kirchenamt der EKD

Kirchenrat Dirk Wollen­weber, Vorsit­zender Konferenz Evange­lische Notfallseelsorge

Stephan Koch, Vorsit­zender Bundes­kon­ferenz Katho­lische Notfallseelsorge

Barbara Sönksen, Bereich Pastoral, Deutsche Bischofskonferenz

Grit Burmeister-Brandt, freibe­ruf­liche Dozentin, Modera­torin und Beraterin

11.00 Uhr

Pause

11.30–13.00 Uhr
Vorlesung a

Wie funktio­niert gute Teamleitung in der PSNV?

Erfah­rungen aus Beratung und Supervision

(Rückblick auf Mittwoch)

Referie­rende:

Pasto­ral­re­ferent Peter Bromkamp, Koordi­nator der katho­li­schen Notfall­seel­sorge im Bistum Münster

11.30–13.00 Uhr
Vorlesung

Das Trauma­zentrum des BBK

Referie­rende:

Claudia Schedlich

11.30–13.00 Uhr
Vorlesung

Evaluation der Psycho­so­zialen Akuthilfe aus der Perspektive Betroffener

Von der alltags­nahen PSAH zur PSNV in komplexen Lagen: Aktuelle Forschungs­er­geb­nisse und Erfah­rungen aus der Praxis

Einsatz­kräften in der Psycho­so­zialen Akuthilfe bleibt nach Einsätzen in erster Linie das eigene Empfinden dazu, wie gelungen eine Betreuung verlaufen ist; Rückmel­dungen Betrof­fener sind selten und syste­ma­tische Befra­gungen insbe­sondere zu alltags­nahen Einsätzen gibt es bislang kaum. Aber was sagen Betroffene Wochen und Monate später darüber, wie sie die Betreuung durch die PSAH erlebt haben und wie es ihnen inzwi­schen geht? In einem Forschungs­projekt der Ludwig-Maximi­lians-Univer­sität München mit dem KIT-München wurde diesen und weiteren Fragen nachge­gangen. Im ersten Teil des Beitrags werden zentrale Ergeb­nisse der Unter­su­chung vorge­stellt, die so seltene wie wertvolle Einblicke in die Erlebenswelt Betrof­fener gewähren und manch überra­schende Erkenntnis ebenso bereit­halten wie bewegende Rückmel­dungen. 

In Teil 2 des Beitrags wird der Blick über alltagsnahe Lagen hinaus in Richtung komplexe Lagen geöffnet. Mit Fokus auf besondere Zielgruppen (insbe­sondere Kinder und Jugend­liche) orien­tiert sich der Beitrag dabei am Beispiel des Anschlags München Stigl­mai­er­platz 2025. Im Februar des vergan­genen Jahres war dort ein Fahrzeug in einen Demons­tra­ti­onszug gesteuert worden. Welche Erfah­rungen und Heraus­for­de­rungen zeigen sich mit Blick auf das Vorgehen der gesamten PSNV? Welche konkreten Strategien haben sich bewährt und welche konkreten Empfeh­lungen zur Begleitung (nicht nur) von Kindern nach großen und komplexen Schadens­lagen lassen sich ableiten? Wie spricht man mit Kindern über solche Ereig­nisse und welche typischen Risiken in der Akutbe­treuung zeigen sich? Der Beitrag will konkrete Anregungen auch über die ersten Stunden hinaus vorstellen.

Referie­rende:

Simon Finkeldei ist Diplom Psychologe, Psycholog. Psycho­the­rapeut (VT), Lehrthe­rapeut, Super­visor. Nach seiner Tätigkeit im Rettungs­dienst studierte Herr Finkeldei Psycho­logie an der Julius-Maximi­lians-Univer­sität Würzburg. Seit 1999 ist er im Bereich Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung aktiv. 2007 war er am von Tita Kern entwi­ckelten Konzept APSN und dessen Umsetzung im Pilot­projekt „KIDS – Kinder nach belas­tenden Ereig­nissen stützen“ beteiligt. Herr Finkeldei ist Psycho­the­ra­peu­ti­scher Leiter der Kinder­Kri­sen­In­ter­vention der AETAS Kinder­stiftung (www.aetas-kinderstiftung.de) und stell­ver­tre­tender Aufsichts­rats­vor­sit­zender des Trauma Hilfe Zentrums München e.V.. Als Dozent lehrt er zu den Schwer­punkt­themen Krisenintervention/Notfallpsychologie, Suizid­prä­vention, Traumatherapie.

Sebastian Hoppe ist Psychologe und bei der AETAS Kinder­stiftung in München tätig. Seit Jahren forscht er zur Frage der Wirksamkeit von Krisen­in­ter­vention und lehrt zu verschie­denen Themen der Psycho­so­zialen Akuthilfe. Ehren­amtlich engagiert er sich im Münchner Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam KIT-München, das er zuvor fachlich leitete. So vereint er Erfah­rungen aus Einsatz­praxis, Leitung, Forschung und Lehre in der Krisenintervention.

11.30–13.00 Uhr
Vorlesung b + C
11.30–12.15 Uhr
Vorlesung b

Ethische Fundie­rungen kirch­lichen Handels in militä­risch indizierten Lagen

Kurze Einführung in die Friedens­denk­schrift „Welt in Unordnung – gerechter Friede im Blick“ und die spezi­fische Praxis der Seelsorge

Im Auftrag der Deutschen Bischofs­kon­ferenz und der Evange­li­schen Kirche in Deutschland wurde ein Rahmen­konzept zur Seelsorge und Akutin­ter­vention im Spannungs‑, Bündnis und Vertei­di­gungsfall entworfen. Was kann die Aufgabe von Kirchen in solchen Szenarien sein?
Nach einer Einführung in das Konzept werden zivile und staat­liche Träger von Katastrophen- und Zivil­schutz auf das Papier reagieren und ihre eigenen Vorbe­rei­tungen zur Sprache bringen. Abschließend erfolgt eine kirch­liche Einordnung des Konzepts und es werden Fragen der Umsetzung erörtert.

12.15–13.00 Uhr
Vorlesung c

Kirch­liche Einordnung und Umsetzung!

 

Referie­rende (Vorlesung B):

Militär­dekan Dr. Dirck Ackermann, Referats­leitung Referat II für Seelsorge und Theolo­gische Grund­satz­an­ge­le­gen­heiten, etc. der Bundeswehr

Referie­rende (Vorlesung C):

Oberkir­chenrat Andreas Jensen, Referat Seelsorge, Gemein­de­formen, Gottes­dienst im Kirchenamt der EKD

Kirchenrat Dirk Wollen­weber, Vorsit­zender Konferenz Evange­lische Notfallseelsorge

Stephan Koch, Vorsit­zender Bundes­kon­ferenz Katho­lische Notfallseelsorge

Barbara Sönksen, Bereich Pastoral, Deutsche Bischofskonferenz

Grit Burmeister-Brandt, freibe­ruf­liche Dozentin, Modera­torin und Beraterin

13.00–14.00 Uhr

Mittags­pause

14.30–16.00 Uhr
Tutorium

Ethische Fundie­rungen kirch­lichen Handels in militä­risch indizierten Lagen

Kurze Einführung in die Friedens­denk­schrift „Welt in Unordnung – gerechter Friede im Blick“ und die spezi­fische Praxis der Seelsorge

Tutorium zu den Vorträgen am Vormittag

Das Ökume­nische Rahmen­konzept zur Seelsorge und Akutin­ter­vention im Spannungs‑, Bündnis- und Vertei­di­gungsfall bedarf der ethischen Reflexion. Wie steht dieses Konzept im Verhältnis zu den friedens­ethi­schen Grund­lagen beider Kirchen? Das Rahmen­konzept hebt hervor: Die Kirchen wollen keinen Beitrag zur Gesamt­ver­tei­digung Deutschland leisten. Aber wie ist der Beitrag dann zu verstehen? Zur Reflexion der Fragen soll eine Einführung in die jüngst erschienene Denkschrift der EKD „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ gegeben werden und die dort enthal­tenen spezi­fi­schen Aussagen zum seelsorg­lichen Handeln der Kirche heraus­ge­ar­beitet werden.

Referie­rende:

Mark Overhagen, Referent im Referat „Psycho­so­ziales Krisen­ma­nagement“ des Bundes­amtes für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe (BBK)

Oberkir­chenrat Andreas Jensen, Referat Seelsorge, Gemein­de­formen, Gottes­dienst im Kirchenamt der EKD

Militär­dekan Dr. Dirck Ackermann, Referats­leitung Referat II für Seelsorge und Theolo­gische Grund­satz­an­ge­le­gen­heiten, etc. der Bundeswehr

14.30–16.00 Uhr
Vorlesung/Lecture

Förderung von Resilienz in der Israe­li­schen Gesell­schaft (Natal)

Zwei Vertreter von NATAL, einer zivil­ge­sell­schaft­lichen Organi­sation aus Israel, werden uns von ihren Erfah­rungen, Ansätzen und Methoden berichten, wie die Resilienz einer Bevöl­kerung gestärkt werden kann. Natal wurde 1998 gegründet, ist auch direkt für Betroffene erreichbar, sei es über eine Hotline, verschiedene Teams wie Community Resiliency und Clinical Units, auf Ebene der Individuen und Familien, der Gemeinden und der Gesell­schaft. Bisher gab es über 500.000 Kontakte mit Betrof­fenen. Sie arbeiten auch in der Forschung. Sie arbeiten mit einem einzig­ar­tigen Modell multi­di­zi­pli­närer psycho­lo­gi­scher Unter­stützung, direkt und indirekt, sowohl im Bereich der Prävention, der Bewusst­seins­bildung als auch der Inter­vention und Behandlung. Der englische Vortrag wird simultan übersetzt.

Der workshop von NATAL dient der vertieften Diskussion und dem Erfah­rungs­aus­tausch. Er wird die sehr unter­schied­lichen histo­ri­schen und Bedin­gungen des gesell­schaft­lichen Lebens in den Blick nehmen und überprüfen, welche der Erfah­rungen vergleichbar und ob Ansätze von Natal in deutsche Kontexte übertragbar sind. Der Workshop wird auf Englisch statt­finden; wir helfen uns gegen­seitig beim Übersetzen.

Referie­rende:

Ms. Peleg is an Architect, Managing Director of Peleg Exhibition Organizer Ltd, and founder of “Chaos,” an inter­di­sci­plinary artistic approach to art and resilience. Ms. Peleg was the Director of Strategic Partner­ships at NATAL Global, the inter­na­tional arm of NATAL, from 2018 to 2021. Today she serves as a specialist consultant at NATAL, supporting the organization in bringing decades of its expertise to European countries.

Daniel Goldstein is a Social worker and trauma specialist who brings both profes­sional expertise and lived experience to his work with post-traumatic challenges. As a group facili­tator, reserve officer, and Director of Community Programs at NATAL – Israel Trauma and Resiliency Center, Daniel has dedicated the past five years to developing innovative community-based inter­ven­tions focused on post-traumatic growth and peer support for soldiers and veterans affected by service-related mental health challenges. Over the past 18 months, he has spear­headed colla­bo­rative initia­tives with munici­pa­lities, univer­sities, and commu­nities to create specia­lized support programs for reser­vists transi­tioning back to civilian life.

14.30–16.00 Uhr
Seminar

Ergeb­nisse der Seelsorge Visitation in der EKM, zugespitzt auf Nfs und das Verhältnis von Haupt- und Ehrenamtlichen

Warum engagieren sich Menschen in der Notfall­seel­sorge – und wie wird aus persön­licher Motivation ein tragfä­higes Sorge­netzwerk? Der Workshop verbindet empirische Einblicke in die Motiv­lagen Ehren­amt­licher mit der Frage, wie Haupt- und Ehren­amt­liche ihre Ressourcen bündeln und Zusam­men­arbeit gestalten können. Im Fokus stehen Rollen­klärung, struk­tu­relle Stärkung und gelin­gende Koope­ration in Krisen­si­tua­tionen. Neben fachlichen Impulsen bietet der Workshop Raum zur Reflexion der eigenen Motivation und zur Weiter­ent­wicklung eines verläss­lichen, gemein­samen Engagements.

Referie­rende:

Dr. theol. Annette Haußmann ist Profes­sorin für Praktische Theologie mit dem Schwer­punkt Seelsor­ge­theorie an der Ruprecht-Karls-Univer­sität Heidelberg. Sie leitet das Zentrum für Seelsorge der Evange­li­schen Landes­kirche in Baden und bildet Vikar:innen am Predi­ger­se­minar aus. Ihre Forschungs­schwer­punkte liegen in der empiri­schen Erfor­schung ehren­amt­licher Seelsorge, in Konzepten sorgender Gemein­schaften (caring commu­nities), Formen digitaler Seelsorge und Spiritual Care sowie im Zusam­menhang von Religion und Gesundheit. Sie verbindet pasto­ral­theo­lo­gische Grund­fragen mit profes­sions- und praxis­be­zo­genen Perspek­tiven kirch­licher Seelsorge.

14.30–16.00 Uhr
Seminar

Betroffene sagen selbst, was ihnen gut tat

German Wings Hinterbliebenen-Gruppe

Einfüh­rungstext von Beate Maue

Mein Name ist BeAte Maue, ich bin 63 Jahre alt und komme aus Mülheim an der Ruhr.

Ich bin Trauer­red­nerin und Trauer­be­glei­terin seit  2019,  dieser Beruf hat mich gefunden, ich habe ihn nicht gesucht.

Der Tod war immer Thema in meinem Leben.

Und den meisten Austausch darüber hatte ich bis zum März 2015 mit meiner Schwester Claudia, die 21 Monate jünger ist als ich. 

Als wir 9 und 7 Jahre alt waren, hat ein betrun­kener Autofahrer unsere 2 Jahre ältere Cousine tot gefahren, 3 Jahre darauf verstarb ihre Mutter, unsere Tante an Krebs … heute denke ich … viel mehr an gebro­chenem Herzen.

Als wir 19 und 17 Jahre alt waren, verstarb unser Opa, als wir 34 und 32 Jahre alt waren, erkrankte unser Vater an einem Gehirn­tumor, der ihn nach 2 inten­siven Jahren das Leben kostete.

Das war der Zeitpunkt, als meiner Schwester und mir klar wurde, dass wir dem Tod einen anderen Platz, viel mehr Raum und Gewicht in unseren Leben einräumen wollen und müssen.

Die Zeit des Abschiedes unseres Vaters auf Raten, so würde ich das heute mal benennen war schrecklich, aber auch berei­chernd und schön … so komisch sich das anhört.

Das Erkennen …. der Tod gehört zum Leben dazu und das müssen wir akzep­tieren, ganz deutlich und präsent.

In all den Todes­fällen unserer Kindheit hatte die Trauer keinen Raum, das Leben musste weiter gehen, heulen hilft da nicht war die Maxime unserer Familie. Es gab keine Möglichkeit, eigenen Trauer­be­dürf­nissen nachzu­spüren. Verdrängung war das, was gelebt wurde. 

Als unser Vater am 23. März 1999 diese irdische Welt verliess, wuschen wir Schwestern ihn in der Nacht noch, kleideten ihn an, zelebrierten wir einen eigenen Abschied, ohne dass wir vorher darüber gesprochen hatten oder das annähernd klar war.

Es war plötzlich da – das Bedürfnis dem Sterbe­prozess den Raum zu geben, den es braucht um einen guten Abschied zu haben.

Es war die inten­sivste gemeinsame Nacht unseres Lebens und von da an, änderte sich auch etwas. Bei der Begegnung mit dem Tod nicht mehr weg zu sehen, war unser gemein­sames Thema.

Viele Menschen verliessen uns auch in den Jahren danach, wir waren einander immer Stütze und nur mitein­ander liess sich das aushalten. Wir hatten eine andere Einstellung zum Tod gefunden, er bekam den Raum im Leben, den er sich sowieso holt. Aber zusammen ging es.

Am 24. März 2015 um 10.41 Uhr stürzte in den Franzö­si­schen Alpen ein Flugzeug der German­wings Airline, auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf ab.

An Bord waren 150 Menschen, Pilot, Copilot, Kabinen­per­sonal und 144 Passagiere.

Unter den Passa­gieren, meine Schwester Claudia und mein Schwager Jürgen Diemer.

Von da an begann mein Leben 2.0.

Es war ein schwerer Weg, mit unend­lichen Unwäg­bar­keiten, Emotionen, Trauer, auch wesentlich geprägt von äußeren Einflüssen.

Nach schlimmen 48 Stunden erhielten wir die Nachricht über die Ursache des Absturzes.

Nach damaligen Erkennt­nissen war es ein erwei­terter Suicid des Copiloten, welcher unter Depres­sionen litt.

Im Rahmen der Bekannt­ma­chung mit den anderen Angehö­rigen aus aller Welt  erfuhr ich die ganze Vielfalt von Trauer, unfrei­willig erlebte ich die unend­liche Unter­schied­lichkeit und SO viele Emotionen.

Referie­rende:

Beate Maue, geboren 1963, war fast 40 Jahre Medizi­nische Fachan­ge­stellte in Arztpraxen und nach einem Studium des Case Management Teamleitung an einer Poliklinik eines Univer­si­täts­kli­nikum. Beim Absturz eines German Wings Flugzeuges in den Franzö­si­schen Alpen starben ihre Schwester und ihr Schwager. Seit 2019 ist sie Trauer­red­nerin, ab 2020 bis zu ihrer Verrentung selbständig.

14.30–16.00 Uhr
Seminar

Notfall­seel­sorge mit Maß und Mitte – eine Einladung zum Moratorium

Notfall­seel­sorge ist aus der nicht-polizei­lichen Gefah­ren­abwehr kaum mehr wegzu­denken. Sie ist gewachsen, profes­sio­na­li­siert, anerkannt – gerade deswegen steht sie inzwi­schen auch unter einem perma­nenten Erwar­tungs- und Optimie­rungs­druck. In Zeiten von Dauer­krisen, komplexen Einsatz­lagen und Alltags­über­for­derung stellt sich die Frage: Was kann, soll und darf Notfall­seel­sorge leisten – und wo braucht sie bewusste Grenzen?

Der Vortrag lädt ein innezu­halten. Er setzt sich kritisch mit der pater­na­lis­ti­schen Logik des „Immer-mehr-zuständig-und-abgesi­chert-Seins“ ausein­ander. Statt „automa­ti­sierter“ Ausweitung plädiert er für ein Moratorium zur Bestimmung von Maß und Mitte. Um selbst und syste­misch resilient zu bleiben, ist es erfor­derlich, Notfall­seel­sorge auf ihren Kern zu prüfen und ggf. neu zu justieren. Dazu werden poime­nische und kirchen­theo­re­tische Impulse gegeben.

Es folgen Gesprächs­runden, die Möglichkeit zu Diskussion und Erfah­rungs­aus­tausch eröffnen.

Referie­rende:

Till Martin Wisseler, geboren 1971 in Rheinland-Pfalz, aufge­wachsen in Nordhessen. Im Anschluss an seinen Zivil­dienst war er mehrere Jahre als Rettungs­as­sistent in Marburg tätig. Seit 2005 ist er Pfarrer in Langen­selbold bei Hanau und versieht seitdem regel­mäßig Bereit­schafts­dienste in der Notfall­seel­sorge – und war auch am 19. Februar 2020 in Hanau im Einsatz. Seit Ende 2020 ist er Polizei­seel­sorger im Bereich der PD Main-Kinzig und DVS Past. Südost­hessen und Beauf­tragter für Notfall­seel­sorge im Main-Kinzig-Kreis und Hanau; in dieser Funktion quali­fi­ziert er auch Ehren­amt­liche (Bereich PSNV‑B) nach den PSAH-Standards.

14.30–16.00 Uhr
Seminar

Das versteht er doch gar nicht – tut er doch.

Krisen­in­ter­vention mit Kindern nach Suizid/-versuch einer Bezugsperson

2023 verstarben mit 10.300 Todes­fällen mehr als 28 Menschen pro Tag durch Suizid (D). Die Anzahl der Suizid­ver­suche übersteigt nach Schät­zungen der Deutschen Depres­si­ons­hilfe diese Zahl noch um den Faktor 15–20. Forschung belegt bspw. nach Suizid eines Eltern­teils ein erhöhtes Risiko für psychische Erkran­kungen und eine erhöhte Wahrschein­lichkeit betrof­fener Kinder, selbst später einen Suizid oder Suizid­versuch zu begehen.

Der Kurzbeitrag will praktische Unter­stüt­zungs­mög­lich­keiten für „kleine und große“ Betroffene im Kontext dieser häufigen Einsatz­si­tuation aufzeigen. Neben Ergeb­nissen des aktuellen Forschungs­pro­jekts „Kurswechsel“ (gefördert vom Bayr. Staats­mi­nis­terium für Familie, Arbeit und Soziales) sollen konkrete Empfeh­lungen für den Akuteinsatz vorge­stellt werden: Welche Inter­ven­tionen eignen sich für das erste Zeitfenster? Was berichten befragte Betroffene über hilfreiche und wenig hilfreiche Inter­ven­tionen durch Einsatz­kräfte der Psycho­so­zialen Akuthilfe? Was bedeutet das für Praxis und Ausbildung?

Referie­rende:

Simon Finkeldei, Diplom Psychologe, Psycholog. Psycho­the­rapeut (VT), Lehrthe­rapeut, Super­visor. Nach seiner Tätigkeit im Rettungs­dienst studierte Herr Finkeldei Psycho­logie an der Julius Maximi­lians Univer­sität Würzburg. Seit 1999 ist er im Bereich Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung  aktiv. 2007 war er am von Tita Kern entwi­ckelten Konzept APSN und dessen Umsetzung im Pilot­projekt „KIDS – Kinder nach belas­tenden Ereig­nissen stützen“ beteiligt. Herr Finkeldei ist Psycho­the­ra­peu­ti­scher Leiter der Kinder­Kri­sen­In­ter­vention der AETAS Kinder­stiftung (www.aetas-kinderstiftung.de) und stell­ver­tre­tender Aufsichts­rats­vor­sit­zender des Trauma Hilfe Zentrums München e.V.. Als Dozent lehrt er zu den Schwer­punkt­themen Krisenintervention/Notfallpsychologie, Suizid­prä­vention, Traumatherapie.

Sebastian Hoppe ist Psychologe und bei der AETAS Kinder­stiftung in München tätig. Seit Jahren forscht er zur Frage der Wirksamkeit von Krisen­in­ter­vention und lehrt zu verschie­denen Themen der Psycho­so­zialen Akuthilfe. Ehren­amtlich engagiert er sich im Münchner Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam KIT-München, das er zuvor fachlich leitete. So vereint er Erfah­rungen aus Einsatz­praxis, Leitung, Forschung und Lehre in der Krisenintervention.

14.30–16.00 Uhr
Seminar

Zusam­men­spiel der Einsatz­kräfte nach einem Einsatz in Jena

Verschiedene Zugänge der PSNV

Ein Polizist erschießt zuerst seine beiden Kinder und seine Frau, danach sich selbst … Die Teilneh­menden erhalten einen Überblick über die Gescheh­nisse und erfahren, was sich in Klettbach / Thüringen ereignete.

Im Einfüh­rungs­vortrag wird erläutert, wie PSNV alarmiert wurde und wie der Einsatz begann. Außerdem erhalten die Teilneh­menden Infor­ma­tionen über die struk­tu­rellen Beson­der­heiten und über die entstan­denen Schwie­rig­keiten vor Ort. Sie erfahren die Möglich­keiten der Zusam­men­arbeit mit anderen Helfenden und Institutionen.

Innerhalb des dazuge­hö­rigen Workshops können die Teilneh­menden gemeinsam einen Lageplan entwerfen und erarbeiten, wie dieser Einsatz für die PSNV abgelaufen sein könnte. Zudem soll ein Netzwerk entwi­ckelt werden, welches die Teilneh­menden in ihre Teams übertragen können.

Als Abschluss werden die erarbei­teten Einsatz­pläne in einer Einsatz­nach­be­spre­chung erörtert, um die Erkennt­nisse in die zukünftige Arbeit der PSNV-Teams einfließen zu lassen.

Ziel ist es, eine größere Lage wertfrei aufzu­ar­beiten und somit Handlungs­si­cherheit für Einsätze in größeren Lagen zu erreichen.

Referie­rende:

Ulrich Matthias Spengler wurde 1965 in Halle/Saale geboren, ist verhei­ratet und hat drei Kinder. Nach Schule und Lehre arbeitete er 9 Jahre als Schlosser, machte Abend­schul­abitur und wurde Schlos­ser­meister. Bevor er Theologie studierte, arbeitete er ein Jahr im OP eines Kranken­hauses. Im Anschluss an Studium und Vikariat, war er 20 Jahre als Gemein­de­pfarrer tätig, bis er in eine Projekt­pfarr­stelle zur Evalu­ierung des berufs­ethi­schen Unter­richts für die Thüringer Polizei berufen wurde.

Seit 2023 ist er Landes­pfarrer für Polizei- und Notfall­seel­sorge der EKM im Freistaat Thüringen. Er ist langjäh­riger Notfall­seel­sorger und leitete von 2013 bis 2025 ein NFS-Team. Seit 2018 ist er Polizei­seel­sorger und Psycho­so­ziale Fachkraft  im Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam der Thüringer Polizei. Außerdem unter­richtet polizei­liche Berufs­ethik und ist Dozent für PSNV‑B und ‑E-Kräfte.

Mandy Petri, 49 Jahre, verhei­ratet, 1 erw. Kind. Dipl. Päd. (Uni): Sozial‑, Jugend- und Erwach­se­nen­wei­ter­bil­dungs­päd­agogik. Sozial­ar­bei­terin im Bereich Einglie­de­rungs­hilfe im LRA Weimarer Land, Projekt­arbeit – ALEKS; Notfall­be­glei­terin für Betroffene und Einsatz­kräfte; Psycho­so­ziale Fachkraft und Teamlei­terin Notfall­be­gleitung Weimarer Land; Dozentin für die Ausbildung PSAH für Betroffene in Erfurt

14.30–16.00 Uhr
Seminar

Entwicklung Netzwerk­ori­en­tierter Qualität im Psycho­so­zialen Krisen­ma­nagement Staat­licher Verwaltung („EQuiP“)

Projekt­leitung; Salomon-Hochschule Berlin: https://www.ash-berlin.eu/forschung/forschungsprojekte-a‑z/equip/

Im BMFTR-Forschungs­projekt EQuiP wird der Versuch unter­nommen, das Psycho­so­ziale Krisen­ma­nagement (PsychKM) unter der Perspektive des theore­ti­schen Konzepts von Community Resilience weiter­zu­ent­wi­ckeln. Ziel ist es Handlungs­lo­giken und Formen der Zusam­men­arbeit staat­licher und zivil­ge­sell­schaft­licher Akteure im Sinne dieses Konzeptes nachhaltig zu verbessern. Dies hat auch Auswir­kungen auf den Prozess der Weiter­ent­wicklung der PSNV.

Im Workshop wird das Forschungs­projekt und seine bishe­rigen Ergeb­nisse vorge­stellt und mit den Teilneh­menden die Frage­stellung der Weiter­ent­wicklung der PSNV diskutiert.

Referie­rende:

Prof. Dr. Olaf Neumann ist Professor für metho­di­sches Handeln in der Sozialen Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Er ist Dipl. Sozial­ar­beiter, Theater­päd­agoge, appro­bierter Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­rapeut und Gemein­de­psy­chologe (community psycho­logist). Gemeinsam mit Vincenz Leuschner forscht er seit einigen Jahren in der PSNV. Im Projekt EQuiP trägt er die Verant­wortung für eine zu entwi­ckelnde Blended Learning Fortbildung für Mitar­bei­tende aus kommu­nalen Krisen­stäben / anlass­be­zo­genen Koordi­nie­rungs­stellen. Er ist Vorstands­mit­glied der Gesell­schaft für gemein­de­psy­cho­lo­gische Forschung und Praxis (GGFP).

Prof. Dr. Vincenz Leuschner ist Professor für Krimi­no­logie und Sozio­logie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht. Er ist Dipl. Sozial­wis­sen­schaftler und Dipl. Sozial­ar­beiter und promo­vierter Soziologe. Gemeinsam mit Olaf Neumann forscht er seit einigen Jahren zum Bereich des Psycho­so­zialen Krisen­ma­nage­ments (IFAF-Projekte PSNV-NET und PSNV-NET Plus). Daneben liegen die Schwer­punkte seiner Arbeit in der Forschung zu Formen schwerer Gewalt (Amok, Terro­rismus), Jugend­kri­mi­na­lität, Krimi­nal­prä­vention und der empiri­schen Polizei­for­schung. Im Projekt EQuiP hat er die Gesamt­pro­jekt­ver­ant­wortung inne.

Peter Water­straat ist Diplom Sozial­ar­beiter und Master of Disaster Management and Risk Gover­nance. Ausge­bildet in Notfall­seel­sorge und Einsatz­nach­sorge ist er Leiter der Koordi­nie­rungs­stelle Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung (PSNV) im Gesund­heitsamt der Stadt Frankfurt am Main. In dieser Funktion ist er auch Fachbe­rater-PSNV im städti­schen Krisenstab und beteiligt an der PSNV-Führungs­kräf­te­aus­bildung im Land Hessen. Seit 2016 ist Peter Water­straat, Sprecher der Arbeits­ge­mein­schaft PSNV der Deutschen Gesell­schaft für Katastro­phen­me­dizin (DGKM). 

14.30–16.00 Uhr
Seminar

Die PSNV im hessi­schen Katastrophenschutz

Neue Struk­turen und Vorgehensweisen

Die PSNV wird integra­tiver Bestandteil des Katastro­phen­schutzes in Hessen. Dazu werden landesweit einheit­liche Standards geschaffen, die künftig die struk­tu­relle Einbindung von PSNV-Einheiten, deren Ausbildung und Ausstattung, die Profile opera­tiver Führungs­kräfte sowie Schnitt­stellen zur mittel- und langfris­tigen psycho­so­zialen Versorgung definieren.

Flankiert werden diese Regelungen von neu entwi­ckelten operativ-takti­schen Konzepten, die die konkrete Umsetzung von PSNV‑B bei Großscha­dens­lagen und Katastrophen in den Blick nehmen. Diese reichen vom Algorithmus für die Lagefest­stellung PSNV (schnelle und standar­di­sierte Erfassung u.a. von Betrof­fenen-Teilgruppen und deren psychi­schen Zuständen) bis zur Festlegung eines einheit­lichen Sets spezi­eller Einsatz­maß­nahmen für die Versorgung großer Betroffenenzahlen.

Dieser Workshop stellt die neuen Konzepte des Landes Hessen zur Diskussion und lädt zum Austausch ein sowie zum Auspro­bieren neuer Führungs­mittel für die PSNV im Katastrophenschutz.

Referie­rende:

Dr. Robert Stein­hauser, Leiter der Landes­zen­tral­stelle Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung im Hessi­schen Minis­terium des Innern, für Sicherheit und Heimat­schutz. Promo­vierter Psychologe mit Weiter­bildung zum Notfall­psy­cho­logen (BDP) und beruf­lichen Stationen in kogni­tiver Neuro­wis­sen­schaft und Psych­iatrie. Daneben ehren­amt­liche Einsatz- und operative Führungs­kraft in der PSNV der Landes­haupt­stadt Wiesbaden.

16.00 Uhr

Pause 

16.30–18.00 Uhr
Seminar

Ergeb­nisse der Seelsorge Visitation in der EKM, zugespitzt auf Nfs und das Verhältnis von Haupt- und Ehrenamtlichen

Warum engagieren sich Menschen in der Notfall­seel­sorge – und wie wird aus persön­licher Motivation ein tragfä­higes Sorge­netzwerk? Der Workshop verbindet empirische Einblicke in die Motiv­lagen Ehren­amt­licher mit der Frage, wie Haupt- und Ehren­amt­liche ihre Ressourcen bündeln und Zusam­men­arbeit gestalten können. Im Fokus stehen Rollen­klärung, struk­tu­relle Stärkung und gelin­gende Koope­ration in Krisen­si­tua­tionen. Neben fachlichen Impulsen bietet der Workshop Raum zur Reflexion der eigenen Motivation und zur Weiter­ent­wicklung eines verläss­lichen, gemein­samen Engagements.

Referie­rende:

Dr. theol. Annette Haußmann ist Profes­sorin für Praktische Theologie mit dem Schwer­punkt Seelsor­ge­theorie an der Ruprecht-Karls-Univer­sität Heidelberg. Sie leitet das Zentrum für Seelsorge der Evange­li­schen Landes­kirche in Baden und bildet Vikar:innen am Predi­ger­se­minar aus. Ihre Forschungs­schwer­punkte liegen in der empiri­schen Erfor­schung ehren­amt­licher Seelsorge, in Konzepten sorgender Gemein­schaften (caring commu­nities), Formen digitaler Seelsorge und Spiritual Care sowie im Zusam­menhang von Religion und Gesundheit. Sie verbindet pasto­ral­theo­lo­gische Grund­fragen mit profes­sions- und praxis­be­zo­genen Perspek­tiven kirch­licher Seelsorge.

16.30–18.00 Uhr
Seminar

Betroffene sagen selbst, was ihnen gut tat

German Wings Hinterbliebenen-Gruppe

Einfüh­rungstext von Beate Maue

Mein Name ist BeAte Maue, ich bin 63 Jahre alt und komme aus Mülheim an der Ruhr.

Ich bin Trauer­red­nerin und Trauer­be­glei­terin seit  2019,  dieser Beruf hat mich gefunden, ich habe ihn nicht gesucht.

Der Tod war immer Thema in meinem Leben.

Und den meisten Austausch darüber hatte ich bis zum März 2015 mit meiner Schwester Claudia, die 21 Monate jünger ist als ich. 

Als wir 9 und 7 Jahre alt waren, hat ein betrun­kener Autofahrer unsere 2 Jahre ältere Cousine tot gefahren, 3 Jahre darauf verstarb ihre Mutter, unsere Tante an Krebs … heute denke ich … viel mehr an gebro­chenem Herzen.

Als wir 19 und 17 Jahre alt waren, verstarb unser Opa, als wir 34 und 32 Jahre alt waren, erkrankte unser Vater an einem Gehirn­tumor, der ihn nach 2 inten­siven Jahren das Leben kostete.

Das war der Zeitpunkt, als meiner Schwester und mir klar wurde, dass wir dem Tod einen anderen Platz, viel mehr Raum und Gewicht in unseren Leben einräumen wollen und müssen.

Die Zeit des Abschiedes unseres Vaters auf Raten, so würde ich das heute mal benennen war schrecklich, aber auch berei­chernd und schön … so komisch sich das anhört.

Das Erkennen …. der Tod gehört zum Leben dazu und das müssen wir akzep­tieren, ganz deutlich und präsent.

In all den Todes­fällen unserer Kindheit hatte die Trauer keinen Raum, das Leben musste weiter gehen, heulen hilft da nicht war die Maxime unserer Familie. Es gab keine Möglichkeit, eigenen Trauer­be­dürf­nissen nachzu­spüren. Verdrängung war das, was gelebt wurde. 

Als unser Vater am 23. März 1999 diese irdische Welt verliess, wuschen wir Schwestern ihn in der Nacht noch, kleideten ihn an, zelebrierten wir einen eigenen Abschied, ohne dass wir vorher darüber gesprochen hatten oder das annähernd klar war.

Es war plötzlich da – das Bedürfnis dem Sterbe­prozess den Raum zu geben, den es braucht um einen guten Abschied zu haben.

Es war die inten­sivste gemeinsame Nacht unseres Lebens und von da an, änderte sich auch etwas. Bei der Begegnung mit dem Tod nicht mehr weg zu sehen, war unser gemein­sames Thema.

Viele Menschen verliessen uns auch in den Jahren danach, wir waren einander immer Stütze und nur mitein­ander liess sich das aushalten. Wir hatten eine andere Einstellung zum Tod gefunden, er bekam den Raum im Leben, den er sich sowieso holt. Aber zusammen ging es.

Am 24. März 2015 um 10.41 Uhr stürzte in den Franzö­si­schen Alpen ein Flugzeug der German­wings Airline, auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf ab.

An Bord waren 150 Menschen, Pilot, Copilot, Kabinen­per­sonal und 144 Passagiere.

Unter den Passa­gieren, meine Schwester Claudia und mein Schwager Jürgen Diemer.

Von da an begann mein Leben 2.0.

Es war ein schwerer Weg, mit unend­lichen Unwäg­bar­keiten, Emotionen, Trauer, auch wesentlich geprägt von äußeren Einflüssen.

Nach schlimmen 48 Stunden erhielten wir die Nachricht über die Ursache des Absturzes.

Nach damaligen Erkennt­nissen war es ein erwei­terter Suicid des Copiloten, welcher unter Depres­sionen litt.

Im Rahmen der Bekannt­ma­chung mit den anderen Angehö­rigen aus aller Welt  erfuhr ich die ganze Vielfalt von Trauer, unfrei­willig erlebte ich die unend­liche Unter­schied­lichkeit und SO viele Emotionen.

Referie­rende:

Beate Maue, geboren 1963, war fast 40 Jahre Medizi­nische Fachan­ge­stellte in Arztpraxen und nach einem Studium des Case Management Teamleitung an einer Poliklinik eines Univer­si­täts­kli­nikum. Beim Absturz eines German Wings Flugzeuges in den Franzö­si­schen Alpen starben ihre Schwester und ihr Schwager. Seit 2019 ist sie Trauer­red­nerin, ab 2020 bis zu ihrer Verrentung selbständig.

16.30–18.00 Uhr
Seminar

Notfall­seel­sorge mit Maß und Mitte – eine Einladung zum Moratorium

Notfall­seel­sorge ist aus der nicht-polizei­lichen Gefah­ren­abwehr kaum mehr wegzu­denken. Sie ist gewachsen, profes­sio­na­li­siert, anerkannt – gerade deswegen steht sie inzwi­schen auch unter einem perma­nenten Erwar­tungs- und Optimie­rungs­druck. In Zeiten von Dauer­krisen, komplexen Einsatz­lagen und Alltags­über­for­derung stellt sich die Frage: Was kann, soll und darf Notfall­seel­sorge leisten – und wo braucht sie bewusste Grenzen?

Der Vortrag lädt ein innezu­halten. Er setzt sich kritisch mit der pater­na­lis­ti­schen Logik des „Immer-mehr-zuständig-und-abgesi­chert-Seins“ ausein­ander. Statt „automa­ti­sierter“ Ausweitung plädiert er für ein Moratorium zur Bestimmung von Maß und Mitte. Um selbst und syste­misch resilient zu bleiben, ist es erfor­derlich, Notfall­seel­sorge auf ihren Kern zu prüfen und ggf. neu zu justieren. Dazu werden poime­nische und kirchen­theo­re­tische Impulse gegeben.

Es folgen Gesprächs­runden, die Möglichkeit zu Diskussion und Erfah­rungs­aus­tausch eröffnen.

Referie­rende:

Till Martin Wisseler, geboren 1971 in Rheinland-Pfalz, aufge­wachsen in Nordhessen. Im Anschluss an seinen Zivil­dienst war er mehrere Jahre als Rettungs­as­sistent in Marburg tätig. Seit 2005 ist er Pfarrer in Langen­selbold bei Hanau und versieht seitdem regel­mäßig Bereit­schafts­dienste in der Notfall­seel­sorge – und war auch am 19. Februar 2020 in Hanau im Einsatz. Seit Ende 2020 ist er Polizei­seel­sorger im Bereich der PD Main-Kinzig und DVS Past. Südost­hessen und Beauf­tragter für Notfall­seel­sorge im Main-Kinzig-Kreis und Hanau; in dieser Funktion quali­fi­ziert er auch Ehren­amt­liche (Bereich PSNV‑B) nach den PSAH-Standards.

16.30–18.00 Uhr
Seminar

Das versteht er doch gar nicht – tut er doch.

Krisen­in­ter­vention mit Kindern nach Suizid/-versuch einer Bezugsperson

2023 verstarben mit 10.300 Todes­fällen mehr als 28 Menschen pro Tag durch Suizid (D). Die Anzahl der Suizid­ver­suche übersteigt nach Schät­zungen der Deutschen Depres­si­ons­hilfe diese Zahl noch um den Faktor 15–20. Forschung belegt bspw. nach Suizid eines Eltern­teils ein erhöhtes Risiko für psychische Erkran­kungen und eine erhöhte Wahrschein­lichkeit betrof­fener Kinder, selbst später einen Suizid oder Suizid­versuch zu begehen.

Der Kurzbeitrag will praktische Unter­stüt­zungs­mög­lich­keiten für „kleine und große“ Betroffene im Kontext dieser häufigen Einsatz­si­tuation aufzeigen. Neben Ergeb­nissen des aktuellen Forschungs­pro­jekts „Kurswechsel“ (gefördert vom Bayr. Staats­mi­nis­terium für Familie, Arbeit und Soziales) sollen konkrete Empfeh­lungen für den Akuteinsatz vorge­stellt werden: Welche Inter­ven­tionen eignen sich für das erste Zeitfenster? Was berichten befragte Betroffene über hilfreiche und wenig hilfreiche Inter­ven­tionen durch Einsatz­kräfte der Psycho­so­zialen Akuthilfe? Was bedeutet das für Praxis und Ausbildung?

Referie­rende:

Simon Finkeldei, Diplom Psychologe, Psycholog. Psycho­the­rapeut (VT), Lehrthe­rapeut, Super­visor. Nach seiner Tätigkeit im Rettungs­dienst studierte Herr Finkeldei Psycho­logie an der Julius Maximi­lians Univer­sität Würzburg. Seit 1999 ist er im Bereich Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung  aktiv. 2007 war er am von Tita Kern entwi­ckelten Konzept APSN und dessen Umsetzung im Pilot­projekt „KIDS – Kinder nach belas­tenden Ereig­nissen stützen“ beteiligt. Herr Finkeldei ist Psycho­the­ra­peu­ti­scher Leiter der Kinder­Kri­sen­In­ter­vention der AETAS Kinder­stiftung (www.aetas-kinderstiftung.de) und stell­ver­tre­tender Aufsichts­rats­vor­sit­zender des Trauma Hilfe Zentrums München e.V.. Als Dozent lehrt er zu den Schwer­punkt­themen Krisenintervention/Notfallpsychologie, Suizid­prä­vention, Traumatherapie.

Sebastian Hoppe ist Psychologe und bei der AETAS Kinder­stiftung in München tätig. Seit Jahren forscht er zur Frage der Wirksamkeit von Krisen­in­ter­vention und lehrt zu verschie­denen Themen der Psycho­so­zialen Akuthilfe. Ehren­amtlich engagiert er sich im Münchner Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam KIT-München, das er zuvor fachlich leitete. So vereint er Erfah­rungen aus Einsatz­praxis, Leitung, Forschung und Lehre in der Krisenintervention.

16.30–18.00 Uhr
Seminar

Zusam­men­spiel der Einsatz­kräfte nach einem Einsatz in Jena

Verschiedene Zugänge der PSNV

Ein Polizist erschießt zuerst seine beiden Kinder und seine Frau, danach sich selbst … Die Teilneh­menden erhalten einen Überblick über die Gescheh­nisse und erfahren, was sich in Klettbach / Thüringen ereignete.

Im Einfüh­rungs­vortrag wird erläutert, wie PSNV alarmiert wurde und wie der Einsatz begann. Außerdem erhalten die Teilneh­menden Infor­ma­tionen über die struk­tu­rellen Beson­der­heiten und über die entstan­denen Schwie­rig­keiten vor Ort. Sie erfahren die Möglich­keiten der Zusam­men­arbeit mit anderen Helfenden und Institutionen.

Innerhalb des dazuge­hö­rigen Workshops können die Teilneh­menden gemeinsam einen Lageplan entwerfen und erarbeiten, wie dieser Einsatz für die PSNV abgelaufen sein könnte. Zudem soll ein Netzwerk entwi­ckelt werden, welches die Teilneh­menden in ihre Teams übertragen können.

Als Abschluss werden die erarbei­teten Einsatz­pläne in einer Einsatz­nach­be­spre­chung erörtert, um die Erkennt­nisse in die zukünftige Arbeit der PSNV-Teams einfließen zu lassen.

Ziel ist es, eine größere Lage wertfrei aufzu­ar­beiten und somit Handlungs­si­cherheit für Einsätze in größeren Lagen zu erreichen.

Referie­rende:

Ulrich Matthias Spengler wurde 1965 in Halle/Saale geboren, ist verhei­ratet und hat drei Kinder. Nach Schule und Lehre arbeitete er 9 Jahre als Schlosser, machte Abend­schul­abitur und wurde Schlos­ser­meister. Bevor er Theologie studierte, arbeitete er ein Jahr im OP eines Kranken­hauses. Im Anschluss an Studium und Vikariat, war er 20 Jahre als Gemein­de­pfarrer tätig, bis er in eine Projekt­pfarr­stelle zur Evalu­ierung des berufs­ethi­schen Unter­richts für die Thüringer Polizei berufen wurde.

Seit 2023 ist er Landes­pfarrer für Polizei- und Notfall­seel­sorge der EKM im Freistaat Thüringen. Er ist langjäh­riger Notfall­seel­sorger und leitete von 2013 bis 2025 ein NFS-Team. Seit 2018 ist er Polizei­seel­sorger und Psycho­so­ziale Fachkraft  im Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam der Thüringer Polizei. Außerdem unter­richtet polizei­liche Berufs­ethik und ist Dozent für PSNV‑B und ‑E-Kräfte.

Mandy Petri, 49 Jahre, verhei­ratet, 1 erw. Kind. Dipl. Päd. (Uni): Sozial‑, Jugend- und Erwach­se­nen­wei­ter­bil­dungs­päd­agogik. Sozial­ar­bei­terin im Bereich Einglie­de­rungs­hilfe im LRA Weimarer Land, Projekt­arbeit – ALEKS; Notfall­be­glei­terin für Betroffene und Einsatz­kräfte; Psycho­so­ziale Fachkraft und Teamlei­terin Notfall­be­gleitung Weimarer Land; Dozentin für die Ausbildung PSAH für Betroffene in Erfurt

16.30–18.00 Uhr
Seminar

Entwicklung Netzwerk­ori­en­tierter Qualität im Psycho­so­zialen Krisen­ma­nagement Staat­licher Verwaltung („EQuiP“)

Projekt­leitung; Salomon-Hochschule Berlin: https://www.ash-berlin.eu/forschung/forschungsprojekte-a‑z/equip/

Im BMFTR-Forschungs­projekt EQuiP wird der Versuch unter­nommen, das Psycho­so­ziale Krisen­ma­nagement (PsychKM) unter der Perspektive des theore­ti­schen Konzepts von Community Resilience weiter­zu­ent­wi­ckeln. Ziel ist es Handlungs­lo­giken und Formen der Zusam­men­arbeit staat­licher und zivil­ge­sell­schaft­licher Akteure im Sinne dieses Konzeptes nachhaltig zu verbessern. Dies hat auch Auswir­kungen auf den Prozess der Weiter­ent­wicklung der PSNV.

Im Workshop wird das Forschungs­projekt und seine bishe­rigen Ergeb­nisse vorge­stellt und mit den Teilneh­menden die Frage­stellung der Weiter­ent­wicklung der PSNV diskutiert.

Referie­rende:

Prof. Dr. Olaf Neumann ist Professor für metho­di­sches Handeln in der Sozialen Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Er ist Dipl. Sozial­ar­beiter, Theater­päd­agoge, appro­bierter Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­rapeut und Gemein­de­psy­chologe (community psycho­logist). Gemeinsam mit Vincenz Leuschner forscht er seit einigen Jahren in der PSNV. Im Projekt EQuiP trägt er die Verant­wortung für eine zu entwi­ckelnde Blended Learning Fortbildung für Mitar­bei­tende aus kommu­nalen Krisen­stäben / anlass­be­zo­genen Koordi­nie­rungs­stellen. Er ist Vorstands­mit­glied der Gesell­schaft für gemein­de­psy­cho­lo­gische Forschung und Praxis (GGFP).

Prof. Dr. Vincenz Leuschner ist Professor für Krimi­no­logie und Sozio­logie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht. Er ist Dipl. Sozial­wis­sen­schaftler und Dipl. Sozial­ar­beiter und promo­vierter Soziologe. Gemeinsam mit Olaf Neumann forscht er seit einigen Jahren zum Bereich des Psycho­so­zialen Krisen­ma­nage­ments (IFAF-Projekte PSNV-NET und PSNV-NET Plus). Daneben liegen die Schwer­punkte seiner Arbeit in der Forschung zu Formen schwerer Gewalt (Amok, Terro­rismus), Jugend­kri­mi­na­lität, Krimi­nal­prä­vention und der empiri­schen Polizei­for­schung. Im Projekt EQuiP hat er die Gesamt­pro­jekt­ver­ant­wortung inne.

Peter Water­straat ist Diplom Sozial­ar­beiter und Master of Disaster Management and Risk Gover­nance. Ausge­bildet in Notfall­seel­sorge und Einsatz­nach­sorge ist er Leiter der Koordi­nie­rungs­stelle Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung (PSNV) im Gesund­heitsamt der Stadt Frankfurt am Main. In dieser Funktion ist er auch Fachbe­rater-PSNV im städti­schen Krisenstab und beteiligt an der PSNV-Führungs­kräf­te­aus­bildung im Land Hessen. Seit 2016 ist Peter Water­straat, Sprecher der Arbeits­ge­mein­schaft PSNV der Deutschen Gesell­schaft für Katastro­phen­me­dizin (DGKM). 

16.30–18.00 Uhr
Seminar

Die PSNV im hessi­schen Katastrophenschutz

Neue Struk­turen und Vorgehensweisen

Die PSNV wird integra­tiver Bestandteil des Katastro­phen­schutzes in Hessen. Dazu werden landesweit einheit­liche Standards geschaffen, die künftig die struk­tu­relle Einbindung von PSNV-Einheiten, deren Ausbildung und Ausstattung, die Profile opera­tiver Führungs­kräfte sowie Schnitt­stellen zur mittel- und langfris­tigen psycho­so­zialen Versorgung definieren.

Flankiert werden diese Regelungen von neu entwi­ckelten operativ-takti­schen Konzepten, die die konkrete Umsetzung von PSNV‑B bei Großscha­dens­lagen und Katastrophen in den Blick nehmen. Diese reichen vom Algorithmus für die Lagefest­stellung PSNV (schnelle und standar­di­sierte Erfassung u.a. von Betrof­fenen-Teilgruppen und deren psychi­schen Zuständen) bis zur Festlegung eines einheit­lichen Sets spezi­eller Einsatz­maß­nahmen für die Versorgung großer Betroffenenzahlen.

Dieser Workshop stellt die neuen Konzepte des Landes Hessen zur Diskussion und lädt zum Austausch ein sowie zum Auspro­bieren neuer Führungs­mittel für die PSNV im Katastrophenschutz.

Referie­rende:

Dr. Robert Stein­hauser, Leiter der Landes­zen­tral­stelle Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung im Hessi­schen Minis­terium des Innern, für Sicherheit und Heimat­schutz. Promo­vierter Psychologe mit Weiter­bildung zum Notfall­psy­cho­logen (BDP) und beruf­lichen Stationen in kogni­tiver Neuro­wis­sen­schaft und Psych­iatrie. Daneben ehren­amt­liche Einsatz- und operative Führungs­kraft in der PSNV der Landes­haupt­stadt Wiesbaden.

Doppel­workshop

14.30–18.00 Uhr
Übung

Der Seele Nahrung geben

„Und dann muss man noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.“
(Astrid Lindgren) – Meditation und Kontem­plation im Alltag

Einführung in unter­schied­liche, alltags­taug­liche Medita­ti­ons­prak­tiken. Kennen­lernen des Herzens­ge­betes als kontem­plative Übung. Praktische Übungen für die Anwendung „zwischen­durch“.

Referie­rende:

Sr. Anke Urban, Diakonin, Medita­tions- und Eutonie­lei­terin, engagiert sich ehren­amtlich in der Sterbebegleitung

Diakonin Anke Urban-Dornhoff, Seelsor­gerin

19.00 Uhr

Ökume­ni­scher Gottes­dienst 

mit:

Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvor­sit­zende der Evange­li­schen Kirche in Deutschland (EKD)

Weihbi­schof Dr. Reinhard Hauke, Weihbi­schof für das Bistum Erfurt

Grußworte:

Oberkir­chenrat Andreas Jensen, Referat Seelsorge, Gemein­de­formen, Gottes­dienst im Kirchenamt der EKD

Vertreter:in der Deutschen Bischofskonferenz

Staats­se­kretär Andreas Bausewein, Thüringer Minis­terium für Inneres, Kommu­nales und Landesentwicklung

Christian Zöller, Vorstand Versi­cherer im Raum der Kirchen (VRK)

20.30 Uhr

Abend der Begegnung im Ev. Augustinerkloster

Zum vollstän­digen Programm

Mittwoch 17.06.2026

Zum vollstän­digen Programm

Freitag, 19.06.2026

Die Notfallseelsorge
der Kirchen
in Deutschland

Überblick:

Bundeskongress
Historie
Anmeldung

Programm:

Mittwoch 17.06.2026
Donnerstag 18.06.2026
Freitag 19.06.2026

Infos:

Impressum
Datenschutzerklärung

Veranstalter:

Konferenz Evangelische Notfallseelsorge in der Evangelischen Kirche in Deutschland (KEN)

Bundeskonferenz Katholische Notfallseelsorge (BKN)

Akademie des Versicherers im Raum der Kirchen (VRK).