Notfallseelsorge
  • 21. Bundes­kon­gress
  • Programm
    • Mi | 17.06.2026
    • Do | 18.06.2026
    • Fr | 19.06.2026
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Bundes­kon­gress 2026

Programm: Donnerstag, 18.06.2026

Ab Ende April können sie sich zu den gewünschten Programm­punkten anmelden. Hierzu erhalten Sie dann einen persön­lichen Zugangslink.

9.00 Uhr | Augus­ti­ner­kirche

Geist­licher Impuls

mit:

Pfarrer Olaf Schaper, Leitender Notfall­seel­sorger, Düsseldorf

9.30–11.00 Uhr | Raum Lang
Vorlesung

Trans­for­ma­ti­ons­pro­zesse in der Notfallseelsorge

Aspekte zur anste­henden Weiter­ent­wicklung zeitge­mäßer Notfallseelsorgestrukturen

Die Notfall­seel­sorge in Deutschland ist zahlreichen Heraus­for­de­rungen ausge­setzt, die durch u.a. durch regionale Unter­schiede und Ungleich­zei­tig­keiten geprägt sind. Zum einen nimmt die Profes­sio­na­li­sierung und Bedeutung der PSNV und damit auch der Notfall­seel­sorge in der Gesell­schaft enorm zu. Gleich­zeitig geht die gesell­schaft­liche Relevanz der Kirchen insgesamt stark zurück und die finan­zi­ellen und perso­nellen Ressourcen der Kirchen werden spürbar knapper.

Auch wenn es keine pauschale Lösung auf diese Heraus­for­de­rungen gibt, gibt es bestimmte Aspekte und Beispiele gelun­gener Trans­for­ma­ti­ons­pro­zesse in der Notfall­seel­sorge. Peter Bromkamp beschreibt aus seiner Sicht und über 10 Jahren an Beratungs­praxis in vielen NFS-Systemen Entwick­lungen und Perspek­tiven, die für die Weiter­ent­wicklung hin zu einer Notfall­seel­sorge in der Zukunft wesentlich sind.

Referie­rende:

Pasto­ral­re­ferent Peter Bromkamp ist Diöze­san­re­ferent für Notfall­seel­sorge und Seelsorge in Feuerwehr- und Rettungs­dienst im Bistum Münster. Er engagiert sich seit über 25 Jahren in der Notfall­seel­sorge und ist neben seiner Diöze­sa­n­aufgabe einer von zwei Teamlei­te­rInnen des Ökume­ni­schen Notfall­seel­sor­ge­teams Kreis Wesel. In Großscha­dens­lagen hat Peter Bromkamp sowohl Erfahrung als Notfall­seel­sorger als auch in verschie­denen Führungs­funk­tionen. Darüber hinaus hat er einen Abschluss als Super­visor MSC und berät regel­mäßig NFS-Teams und Verant­wort­liche in der PSNV über die diöze­sanen Grenzen hinaus. 

9.30–11.00 Uhr | Raum Augustinus
Vorlesung

Fachzentrum Resilienz und Trauma­prä­vention (FRT) des BBK

Um die Fortent­wicklung der PSNV‑E in Deutschland auch auf Bundes­ebene zu unter­stützen, beschloss der Haushalts­aus­schuss des Deutschen Bundes­tages 2022 dem Bundesamt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe (BBK) die Aufgabe zu übertragen, ein zentrales deutsches Einsatz­nach­sor­ge­zentrum aufzu­bauen. In Anpassung an die Aufgaben des BBK, die föderale Kompe­tenz­ver­teilung im Bevöl­ke­rungs­schutz sowie die Struk­turen im Bereich der PSNV‑E wurde ein Stufenplan zum Aufbau des neuen Fachzen­trums Resilienz und Trauma­prä­vention (FRT) entwi­ckelt, der die Einrichtung einer übergrei­fenden Ansprech- und Hilfe­ver­mitt­lungs­stelle für Einsatz­kräfte, Lehrver­an­stal­tungen in Koope­ration mit der Bundes­aka­demie für Bevöl­ke­rungs­schutz und Zivile Vertei­digung (BABZ) sowie die Weiter­ent­wicklung der bundes­weiten Leitlinien und Quali­täts­stan­dards in der PSNV‑E durch Vernetzung und Forschung beinhaltet. Im Januar 2025 hat der Aufbaustab des Fachzen­trums seine Arbeit aufge­nommen mit dem Ziel, die PSNV‑E in Deutschland in enger Koope­ration mit den Einsatz­or­ga­ni­sa­tionen und den Anbie­tenden weiter voran­zu­bringen. Im Vortrag werden die Entwick­lungen im FRT vorge­stellt und die zukünf­tigen Bedarfe in der PSNV‑E in der Gruppe diskutiert.

Referie­rende:

Claudia Schedlich ist Dipl.-Psychologin, Psycho­lo­gische Psycho­the­ra­peutin / Trauma­the­ra­peutin und Fachbe­ra­terin für Psycho­trau­ma­to­logie. 2025 hat sie die fachliche Leitung des Fachzen­trums Resilienz und Trauma­prä­vention im Bundesamt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe übernommen. Sie befasst sich seit vielen Jahren mit den Themen Psycho­trau­ma­to­logie und Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung in der Beratung und Psycho­the­rapie, Lehre und Forschung.

9.30–11.00 Uhr | Augustinerkirche
Seminar

Das versteht er doch gar nicht – tut er doch.

Krisen­in­ter­vention mit Kindern nach Suizid/-versuch einer Bezugsperson

2023 verstarben mit 10.300 Todes­fällen mehr als 28 Menschen pro Tag durch Suizid (D). Die Anzahl der Suizid­ver­suche übersteigt nach Schät­zungen der Deutschen Depres­si­ons­hilfe diese Zahl noch um den Faktor 15–20. Forschung belegt bspw. nach Suizid eines Eltern­teils ein erhöhtes Risiko für psychische Erkran­kungen und eine erhöhte Wahrschein­lichkeit betrof­fener Kinder, selbst später einen Suizid oder Suizid­versuch zu begehen.

Der Kurzbeitrag will praktische Unter­stüt­zungs­mög­lich­keiten für „kleine und große“ Betroffene im Kontext dieser häufigen Einsatz­si­tuation aufzeigen. Neben Ergeb­nissen des aktuellen Forschungs­pro­jekts „Kurswechsel“ (gefördert vom Bayr. Staats­mi­nis­terium für Familie, Arbeit und Soziales) sollen konkrete Empfeh­lungen für den Akuteinsatz vorge­stellt werden: Welche Inter­ven­tionen eignen sich für das erste Zeitfenster? Was berichten befragte Betroffene über hilfreiche und wenig hilfreiche Inter­ven­tionen durch Einsatz­kräfte der Psycho­so­zialen Akuthilfe? Was bedeutet das für Praxis und Ausbildung?

Referie­rende:

Simon Finkeldei, Diplom Psychologe, Psycholog. Psycho­the­rapeut (VT), Lehrthe­rapeut, Super­visor. Nach seiner Tätigkeit im Rettungs­dienst studierte Herr Finkeldei Psycho­logie an der Julius Maximi­lians Univer­sität Würzburg. Seit 1999 ist er im Bereich Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung  aktiv. 2007 war er am von Tita Kern entwi­ckelten Konzept APSN und dessen Umsetzung im Pilot­projekt „KIDS – Kinder nach belas­tenden Ereig­nissen stützen“ beteiligt. Herr Finkeldei ist Psycho­the­ra­peu­ti­scher Leiter der Kinder­Kri­sen­In­ter­vention der AETAS Kinder­stiftung (www.aetas-kinderstiftung.de) und stell­ver­tre­tender Aufsichts­rats­vor­sit­zender des Trauma Hilfe Zentrums München e.V.. Als Dozent lehrt er zu den Schwer­punkt­themen Krisenintervention/Notfallpsychologie, Suizid­prä­vention, Traumatherapie.

Sebastian Hoppe ist Psychologe und bei der AETAS Kinder­stiftung in München tätig. Seit Jahren forscht er zur Frage der Wirksamkeit von Krisen­in­ter­vention und lehrt zu verschie­denen Themen der Psycho­so­zialen Akuthilfe. Ehren­amtlich engagiert er sich im Münchner Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam KIT-München, das er zuvor fachlich leitete. So vereint er Erfah­rungen aus Einsatz­praxis, Leitung, Forschung und Lehre in der Krisenintervention.

9.30–11.00 Uhr | Kapitelsaal
Workshop

Förderung von Resilienz in der Israe­li­schen Gesell­schaft (Natal)

Zwei Vertreter von NATAL, einer zivil­ge­sell­schaft­lichen Organi­sation aus Israel, werden uns von ihren Erfah­rungen, Ansätzen und Methoden berichten, wie die Resilienz einer Bevöl­kerung gestärkt werden kann. Natal wurde 1998 gegründet, ist auch direkt für Betroffene erreichbar, sei es über eine Hotline, verschiedene Teams wie Community Resiliency und Clinical Units, auf Ebene der Individuen und Familien, der Gemeinden und der Gesell­schaft. Bisher gab es über 500.000 Kontakte mit Betrof­fenen. Sie arbeiten auch in der Forschung. Sie arbeiten mit einem einzig­ar­tigen Modell multi­di­zi­pli­närer psycho­lo­gi­scher Unter­stützung, direkt und indirekt, sowohl im Bereich der Prävention, der Bewusst­seins­bildung als auch der Inter­vention und Behandlung. Der englische Vortrag wird simultan übersetzt.

Der workshop von NATAL dient der vertieften Diskussion und dem Erfah­rungs­aus­tausch. Er wird die sehr unter­schied­lichen histo­ri­schen und Bedin­gungen des gesell­schaft­lichen Lebens in den Blick nehmen und überprüfen, welche der Erfah­rungen vergleichbar und ob Ansätze von Natal in deutsche Kontexte übertragbar sind. Der Workshop wird auf Englisch statt­finden; wir helfen uns gegen­seitig beim Übersetzen.

Referie­rende:

Sharon Yeheskel-Oron serves as the Director of NATAL Global, a subsi­diary of NATAL – an Israeli NGO spear­heading trauma treatment and resiliency develo­pment. In this pivotal role, she strate­gi­cally develops cross-border partner­ships and disse­mi­nates NATAL’s evidence-based metho­do­logies to inter­na­tional stake­holders, equipping commu­nities, and organiza­tions with essential tools for culti­vating individual and collective resilience. Sharon has a Bachelor’s and Master’s degree in Inter­na­tional Relations with a specia­lization in Inter­na­tional Law. She has extensive knowledge and experience in forging meaningful inter­na­tional colla­bo­ra­tions and leading impactful global initia­tives that create measurable social change.

Daniel Goldstein is a Social worker and trauma specialist who brings both profes­sional expertise and lived experience to his work with post-traumatic challenges. As a group facili­tator, reserve officer, and Director of Community Programs at NATAL – Israel Trauma and Resiliency Center, Daniel has dedicated the past five years to developing innovative community-based inter­ven­tions focused on post-traumatic growth and peer support for soldiers and veterans affected by service-related mental health challenges. Over the past 18 months, he has spear­headed colla­bo­rative initia­tives with munici­pa­lities, univer­sities, and commu­nities to create specia­lized support programs for reser­vists transi­tioning back to civilian life.

9.30–11.00 Uhr | Raum Staupitz
Vorlesung 

Das ökume­nische Rahmen­konzept „Seelsorge und Akutin­ter­vention im Bündnis‑, Spannungs- und Verteidigungsfall“

Anlass, Kontexte und Erwartungen

Im Auftrag der Evange­li­schen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofs­kon­ferenz wurde das ökume­nische Rahmen­konzept „Seelsorge und Akutin­ter­vention im Bündnis‑, Spannungs- und Vertei­di­gungsfall“ entwi­ckelt. Es beschreibt Aufgaben, Möglich­keiten und Grenzen kirch­lichen Handelns in Szenarien, die lange außerhalb konkreter Planungen lagen, inzwi­schen jedoch wieder stärker in den Fokus gesell­schaft­licher und staat­licher Vorsorge gerückt sind.

Die Veran­staltung stellt Anlass und Entste­hungs­kontext des Rahmen­kon­zepts vor. Anschließend wird die Perspektive des Bundes­amtes für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe (BBK) einge­bracht: Welche Szenarien werden dort zugrunde gelegt? Welche Vorsor­ge­struk­turen bestehen bereits? Welche Erwar­tungen richten sich staat­liche Akteure an kirch­liche Seelsorge und psycho­so­ziale Unterstützung?

Im zweiten Teil erfolgt eine kirch­liche Einordnung des Konzepts. Dabei werden erste Überle­gungen zur Umsetzung vorge­stellt und mit den Teilneh­menden diskutiert.

Mitwir­kende:

Leitender Militär­dekan Dr. Dirck Ackermann, Referats­leiter Seelsorge und Theolo­gische Grund­satz­an­ge­le­gen­heiten, Evange­li­sches Kirchenamt für die Bundeswehr

Mark Overhagen, Referat Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung, Ansprech­stellen für die Bevöl­kerung; Bundesamt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe (BBK)

Oberkir­chenrat Andreas Jensen, Kirchenamt der EKD

Kirchenrat Dirk Wollen­weber, Vorsit­zender Konferenz Evange­lische Notfallseelsorge

Stephan Koch, Vorsit­zender Bundes­kon­ferenz Katho­lische Notfallseelsorge

11.00 Uhr

Pause

11.30–13.00 Uhr | Raum Lang
Vorlesung 

Trans­for­ma­ti­ons­pro­zesse in der Notfallseelsorge

Aspekte zur anste­henden Weiter­ent­wicklung zeitge­mäßer Notfallseelsorgestrukturen

Die Notfall­seel­sorge in Deutschland ist zahlreichen Heraus­for­de­rungen ausge­setzt, die durch u.a. durch regionale Unter­schiede und Ungleich­zei­tig­keiten geprägt sind. Zum einen nimmt die Profes­sio­na­li­sierung und Bedeutung der PSNV und damit auch der Notfall­seel­sorge in der Gesell­schaft enorm zu. Gleich­zeitig geht die gesell­schaft­liche Relevanz der Kirchen insgesamt stark zurück und die finan­zi­ellen und perso­nellen Ressourcen der Kirchen werden spürbar knapper.

Auch wenn es keine pauschale Lösung auf diese Heraus­for­de­rungen gibt, gibt es bestimmte Aspekte und Beispiele gelun­gener Trans­for­ma­ti­ons­pro­zesse in der Notfall­seel­sorge. Peter Bromkamp beschreibt aus seiner Sicht und über 10 Jahren an Beratungs­praxis in vielen NFS-Systemen Entwick­lungen und Perspek­tiven, die für die Weiter­ent­wicklung hin zu einer Notfall­seel­sorge in der Zukunft wesentlich sind.

Referie­rende:

Pasto­ral­re­ferent Peter Bromkamp ist Diöze­san­re­ferent für Notfall­seel­sorge und Seelsorge in Feuerwehr- und Rettungs­dienst im Bistum Münster. Er engagiert sich seit über 25 Jahren in der Notfall­seel­sorge und ist neben seiner Diöze­sa­n­aufgabe einer von zwei Teamlei­te­rInnen des Ökume­ni­schen Notfall­seel­sor­ge­teams Kreis Wesel. In Großscha­dens­lagen hat Peter Bromkamp sowohl Erfahrung als Notfall­seel­sorger als auch in verschie­denen Führungs­funk­tionen. Darüber hinaus hat er einen Abschluss als Super­visor MSC und berät regel­mäßig NFS-Teams und Verant­wort­liche in der PSNV über die diöze­sanen Grenzen hinaus. 

11.30–13.00 Uhr | Raum Augustinus
Vorlesung

Fachzentrum Resilienz und Trauma­prä­vention (FRT) des BBK

Um die Fortent­wicklung der PSNV‑E in Deutschland auch auf Bundes­ebene zu unter­stützen, beschloss der Haushalts­aus­schuss des Deutschen Bundes­tages 2022 dem Bundesamt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe (BBK) die Aufgabe zu übertragen, ein zentrales deutsches Einsatz­nach­sor­ge­zentrum aufzu­bauen. In Anpassung an die Aufgaben des BBK, die föderale Kompe­tenz­ver­teilung im Bevöl­ke­rungs­schutz sowie die Struk­turen im Bereich der PSNV‑E wurde ein Stufenplan zum Aufbau des neuen Fachzen­trums Resilienz und Trauma­prä­vention (FRT) entwi­ckelt, der die Einrichtung einer übergrei­fenden Ansprech- und Hilfe­ver­mitt­lungs­stelle für Einsatz­kräfte, Lehrver­an­stal­tungen in Koope­ration mit der Bundes­aka­demie für Bevöl­ke­rungs­schutz und Zivile Vertei­digung (BABZ) sowie die Weiter­ent­wicklung der bundes­weiten Leitlinien und Quali­täts­stan­dards in der PSNV‑E durch Vernetzung und Forschung beinhaltet. Im Januar 2025 hat der Aufbaustab des Fachzen­trums seine Arbeit aufge­nommen mit dem Ziel, die PSNV‑E in Deutschland in enger Koope­ration mit den Einsatz­or­ga­ni­sa­tionen und den Anbie­tenden weiter voran­zu­bringen. Im Vortrag werden die Entwick­lungen im FRT vorge­stellt und die zukünf­tigen Bedarfe in der PSNV‑E in der Gruppe diskutiert.

Referie­rende:

Claudia Schedlich ist Dipl.-Psychologin, Psycho­lo­gische Psycho­the­ra­peutin / Trauma­the­ra­peutin und Fachbe­ra­terin für Psycho­trau­ma­to­logie. 2025 hat sie die fachliche Leitung des Fachzen­trums Resilienz und Trauma­prä­vention im Bundesamt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe übernommen. Sie befasst sich seit vielen Jahren mit den Themen Psycho­trau­ma­to­logie und Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung in der Beratung und Psycho­the­rapie, Lehre und Forschung.

9.30–11.00 Uhr | Augustinerkirche
Seminar

Das versteht er doch gar nicht – tut er doch.

Krisen­in­ter­vention mit Kindern nach Suizid/-versuch einer Bezugsperson

2023 verstarben mit 10.300 Todes­fällen mehr als 28 Menschen pro Tag durch Suizid (D). Die Anzahl der Suizid­ver­suche übersteigt nach Schät­zungen der Deutschen Depres­si­ons­hilfe diese Zahl noch um den Faktor 15–20. Forschung belegt bspw. nach Suizid eines Eltern­teils ein erhöhtes Risiko für psychische Erkran­kungen und eine erhöhte Wahrschein­lichkeit betrof­fener Kinder, selbst später einen Suizid oder Suizid­versuch zu begehen.

Der Kurzbeitrag will praktische Unter­stüt­zungs­mög­lich­keiten für „kleine und große“ Betroffene im Kontext dieser häufigen Einsatz­si­tuation aufzeigen. Neben Ergeb­nissen des aktuellen Forschungs­pro­jekts „Kurswechsel“ (gefördert vom Bayr. Staats­mi­nis­terium für Familie, Arbeit und Soziales) sollen konkrete Empfeh­lungen für den Akuteinsatz vorge­stellt werden: Welche Inter­ven­tionen eignen sich für das erste Zeitfenster? Was berichten befragte Betroffene über hilfreiche und wenig hilfreiche Inter­ven­tionen durch Einsatz­kräfte der Psycho­so­zialen Akuthilfe? Was bedeutet das für Praxis und Ausbildung?

Referie­rende:

Simon Finkeldei, Diplom Psychologe, Psycholog. Psycho­the­rapeut (VT), Lehrthe­rapeut, Super­visor. Nach seiner Tätigkeit im Rettungs­dienst studierte Herr Finkeldei Psycho­logie an der Julius Maximi­lians Univer­sität Würzburg. Seit 1999 ist er im Bereich Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung  aktiv. 2007 war er am von Tita Kern entwi­ckelten Konzept APSN und dessen Umsetzung im Pilot­projekt „KIDS – Kinder nach belas­tenden Ereig­nissen stützen“ beteiligt. Herr Finkeldei ist Psycho­the­ra­peu­ti­scher Leiter der Kinder­Kri­sen­In­ter­vention der AETAS Kinder­stiftung (www.aetas-kinderstiftung.de) und stell­ver­tre­tender Aufsichts­rats­vor­sit­zender des Trauma Hilfe Zentrums München e.V.. Als Dozent lehrt er zu den Schwer­punkt­themen Krisenintervention/Notfallpsychologie, Suizid­prä­vention, Traumatherapie.

Sebastian Hoppe ist Psychologe und bei der AETAS Kinder­stiftung in München tätig. Seit Jahren forscht er zur Frage der Wirksamkeit von Krisen­in­ter­vention und lehrt zu verschie­denen Themen der Psycho­so­zialen Akuthilfe. Ehren­amtlich engagiert er sich im Münchner Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam KIT-München, das er zuvor fachlich leitete. So vereint er Erfah­rungen aus Einsatz­praxis, Leitung, Forschung und Lehre in der Krisenintervention.

11.30–13.00 Uhr | Raum Staupitz
Vorlesung 

Das ökume­nische Rahmen­konzept „Seelsorge und Akutin­ter­vention im Bündnis‑, Spannungs- und Verteidigungsfall“

Anlass, Kontexte und Erwartungen

Im Auftrag der Evange­li­schen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofs­kon­ferenz wurde das ökume­nische Rahmen­konzept „Seelsorge und Akutin­ter­vention im Bündnis‑, Spannungs- und Vertei­di­gungsfall“ entwi­ckelt. Es beschreibt Aufgaben, Möglich­keiten und Grenzen kirch­lichen Handelns in Szenarien, die lange außerhalb konkreter Planungen lagen, inzwi­schen jedoch wieder stärker in den Fokus gesell­schaft­licher und staat­licher Vorsorge gerückt sind.

Die Veran­staltung stellt Anlass und Entste­hungs­kontext des Rahmen­kon­zepts vor. Anschließend wird die Perspektive des Bundes­amtes für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe (BBK) einge­bracht: Welche Szenarien werden dort zugrunde gelegt? Welche Vorsor­ge­struk­turen bestehen bereits? Welche Erwar­tungen richten sich staat­liche Akteure an kirch­liche Seelsorge und psycho­so­ziale Unterstützung?

Im zweiten Teil erfolgt eine kirch­liche Einordnung des Konzepts. Dabei werden erste Überle­gungen zur Umsetzung vorge­stellt und mit den Teilneh­menden diskutiert.

Mitwir­kende:

Leitender Militär­dekan Dr. Dirck Ackermann, Referats­leiter Seelsorge und Theolo­gische Grund­satz­an­ge­le­gen­heiten, Evange­li­sches Kirchenamt für die Bundeswehr

Mark Overhagen, Referat Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung, Ansprech­stellen für die Bevöl­kerung; Bundesamt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe (BBK)

Oberkir­chenrat Andreas Jensen, Kirchenamt der EKD

Kirchenrat Dirk Wollen­weber, Vorsit­zender Konferenz Evange­lische Notfallseelsorge

Stephan Koch, Vorsit­zender Bundes­kon­ferenz Katho­lische Notfallseelsorge

13.00–14.00 Uhr

Mittags­pause

14.30–16.00 Uhr | Raum Staupitz
TUTORIUM ZU DEN VORTRÄGEN AM VORMITTAG

Ethische Fundie­rungen kirch­lichen Handelns in militä­risch indizierten Lagen

Das ökume­nische Rahmen­konzept wirft grund­le­gende friedens­ethische und pasto­ral­theo­lo­gische Fragen auf. Welche Rolle kommt kirch­licher Seelsorge in militä­risch geprägten Krisen­lagen zu? Wie lässt sich das Konzept im Horizont der Friedens­denk­schrift der EKD „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ verstehen?

Im Tutorium werden die Vorträge des Vormittags vertieft, offene Fragen aufge­nommen und gemeinsam disku­tiert. Ziel ist es, die theolo­gi­schen und ethischen Grund­lagen kirch­lichen Handelns in solchen Lagen zu reflek­tieren und Konse­quenzen für die Praxis der Notfall­seel­sorge zu bedenken.

Mitwir­kende:

Leitender Militär­dekan Dr. Dirck Ackermann, Referats­leiter Seelsorge und Theolo­gische Grund­satz­an­ge­le­gen­heiten, Evange­li­sches Kirchenamt für die Bundeswehr

Mark Overhagen, Referat Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung, Ansprech­stellen für die Bevöl­kerung; Bundesamt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Katastro­phen­hilfe (BBK)
(als Diskutant)

14.30–16.00 Uhr | Raum Augustinus
Seminar

Betroffene sagen selbst, was ihnen gut tat

German Wings Hinterbliebenen-Gruppe

Einfüh­rungstext von Beate Maue

Mein Name ist BeAte Maue, ich bin 63 Jahre alt und komme aus Mülheim an der Ruhr.

Ich bin Trauer­red­nerin und Trauer­be­glei­terin seit  2019,  dieser Beruf hat mich gefunden, ich habe ihn nicht gesucht.

Der Tod war immer Thema in meinem Leben.

Und den meisten Austausch darüber hatte ich bis zum März 2015 mit meiner Schwester Claudia, die 21 Monate jünger ist als ich. 

Als wir 9 und 7 Jahre alt waren, hat ein betrun­kener Autofahrer unsere 2 Jahre ältere Cousine tot gefahren, 3 Jahre darauf verstarb ihre Mutter, unsere Tante an Krebs … heute denke ich … viel mehr an gebro­chenem Herzen.

Als wir 19 und 17 Jahre alt waren, verstarb unser Opa, als wir 34 und 32 Jahre alt waren, erkrankte unser Vater an einem Gehirn­tumor, der ihn nach 2 inten­siven Jahren das Leben kostete.

Das war der Zeitpunkt, als meiner Schwester und mir klar wurde, dass wir dem Tod einen anderen Platz, viel mehr Raum und Gewicht in unseren Leben einräumen wollen und müssen.

Die Zeit des Abschiedes unseres Vaters auf Raten, so würde ich das heute mal benennen war schrecklich, aber auch berei­chernd und schön … so komisch sich das anhört.

Das Erkennen …. der Tod gehört zum Leben dazu und das müssen wir akzep­tieren, ganz deutlich und präsent.

In all den Todes­fällen unserer Kindheit hatte die Trauer keinen Raum, das Leben musste weiter gehen, heulen hilft da nicht war die Maxime unserer Familie. Es gab keine Möglichkeit, eigenen Trauer­be­dürf­nissen nachzu­spüren. Verdrängung war das, was gelebt wurde. 

Als unser Vater am 23. März 1999 diese irdische Welt verliess, wuschen wir Schwestern ihn in der Nacht noch, kleideten ihn an, zelebrierten wir einen eigenen Abschied, ohne dass wir vorher darüber gesprochen hatten oder das annähernd klar war.

Es war plötzlich da – das Bedürfnis dem Sterbe­prozess den Raum zu geben, den es braucht um einen guten Abschied zu haben.

Es war die inten­sivste gemeinsame Nacht unseres Lebens und von da an, änderte sich auch etwas. Bei der Begegnung mit dem Tod nicht mehr weg zu sehen, war unser gemein­sames Thema.

Viele Menschen verliessen uns auch in den Jahren danach, wir waren einander immer Stütze und nur mitein­ander liess sich das aushalten. Wir hatten eine andere Einstellung zum Tod gefunden, er bekam den Raum im Leben, den er sich sowieso holt. Aber zusammen ging es.

Am 24. März 2015 um 10.41 Uhr stürzte in den Franzö­si­schen Alpen ein Flugzeug der German­wings Airline, auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf ab.

An Bord waren 150 Menschen, Pilot, Copilot, Kabinen­per­sonal und 144 Passagiere.

Unter den Passa­gieren, meine Schwester Claudia und mein Schwager Jürgen Diemer.

Von da an begann mein Leben 2.0.

Es war ein schwerer Weg, mit unend­lichen Unwäg­bar­keiten, Emotionen, Trauer, auch wesentlich geprägt von äußeren Einflüssen.

Nach schlimmen 48 Stunden erhielten wir die Nachricht über die Ursache des Absturzes.

Nach damaligen Erkennt­nissen war es ein erwei­terter Suicid des Copiloten, welcher unter Depres­sionen litt.

Im Rahmen der Bekannt­ma­chung mit den anderen Angehö­rigen aus aller Welt  erfuhr ich die ganze Vielfalt von Trauer, unfrei­willig erlebte ich die unend­liche Unter­schied­lichkeit und SO viele Emotionen.

Referie­rende:

Beate Maue, geboren 1963, war fast 40 Jahre Medizi­nische Fachan­ge­stellte in Arztpraxen und nach einem Studium des Case Management Teamleitung an einer Poliklinik eines Univer­si­täts­kli­nikum. Beim Absturz eines German Wings Flugzeuges in den Franzö­si­schen Alpen starben ihre Schwester und ihr Schwager. Seit 2019 ist sie Trauer­red­nerin, ab 2020 bis zu ihrer Verrentung selbständig.

14.30–16.00 Uhr | Kapitelsaal
Seminar

Notfall­seel­sorge mit Maß und Mitte – eine Einladung zum Moratorium

Ein Beitrag zum Nachdenken darüber, was Resilienz in der Notfall­seel­sorge – und im Einsatz­wesen insgesamt – heute bedeuten kann

Alles bleibt anders. Das gilt auch für die Notfall­seel­sorge: gewachsen, profes­sio­na­li­siert, anerkannt – und gerade deswegen inzwi­schen unter einem perma­nenten Erwar­tungs- und Optimie­rungs­druck. In Zeiten von Dauer­krisen, komplexer Einsatz­lagen und zuneh­mender Einsätze im üblichen Regel­be­trieb, stellt sich die Frage mit neuer Dring­lichkeit: Was kann, soll und darf Notfall­seel­sorge leisten – und wo sind ihre Grenzen?

Der Referent nimmt in diesem Vortrag eine dezidiert persön­liche Perspektive ein. Er spricht aus eigener Erfahrung – insbe­sondere aus seiner Arbeit rund um den 19.2.2020 in Hanau und aus der Notfall­seel­sorge im Regel­be­trieb. Was er dabei gelernt hat, hält er für übertragbar: auf andere Einsatz­kräfte, andere Kontexte, andere helfende Systeme. Denn die Frage nach Maß und Mitte ist keine, die allein die Notfall­seel­sorge betrifft – sie stellt sich überall dort, wo Menschen unter Druck für andere da sind. 

Auf dieser Grundlage lädt der Vortrag ein, innezu­halten. Er setzt sich kritisch mit der pater­na­lis­ti­schen Logik des „Immer-mehr-zuständig-und-abgesi­chert-Seins“ ausein­ander – und mit der Erschöpfung, die diese Logik erzeugt. Statt einer „automa­ti­sierten“ Ausweitung von Zustän­dig­keiten plädiert der Referent für ein Moratorium: eine bewusste Pause zur Bestimmung von Maß und Mitte. Nicht als Rückzug, sondern als Voraus­setzung dafür, handlungs­fähig zu bleiben – persönlich wie systemisch.

Dazu gibt der Referent auch theolo­gische und poime­nische Impulse – und lädt die Teilneh­menden ein, die eigene Praxis in diesem Licht zu befragen und mitein­ander zu diskutieren.

Referie­rende:

Till Martin Wisseler, geboren 1971 in Rheinland-Pfalz, aufge­wachsen in Nordhessen. Im Anschluss an seinen Zivil­dienst war er mehrere Jahre als Rettungs­as­sistent in Marburg tätig. Seit 2005 ist er Pfarrer in Langen­selbold bei Hanau und versieht seitdem regel­mäßig Bereit­schafts­dienste in der Notfall­seel­sorge – und war auch am 19. Februar 2020 in Hanau im Einsatz. Seit Ende 2020 ist er Polizei­seel­sorger im Bereich der PD Main-Kinzig und DVS Past. Südost­hessen und Beauf­tragter für Notfall­seel­sorge im Main-Kinzig-Kreis und Hanau; in dieser Funktion quali­fi­ziert er auch Ehren­amt­liche (Bereich PSNV‑B) nach den PSAH-Standards.

14.30–16.00 Uhr | Augustinerkirche
Seminar

Zusam­men­spiel der Einsatz­kräfte nach einem Einsatz 

Verschiedene Zugänge der PSNV

Ein Polizist erschießt zuerst seine beiden Kinder und seine Frau, danach sich selbst … Die Teilneh­menden erhalten einen Überblick über die Gescheh­nisse und erfahren, was sich in Klettbach / Thüringen ereignete.

Im Einfüh­rungs­vortrag wird erläutert, wie PSNV alarmiert wurde und wie der Einsatz begann. Außerdem erhalten die Teilneh­menden Infor­ma­tionen über die struk­tu­rellen Beson­der­heiten und über die entstan­denen Schwie­rig­keiten vor Ort. Sie erfahren die Möglich­keiten der Zusam­men­arbeit mit anderen Helfenden und Institutionen.

Innerhalb des dazuge­hö­rigen Workshops können die Teilneh­menden gemeinsam einen Lageplan entwerfen und erarbeiten, wie dieser Einsatz für die PSNV abgelaufen sein könnte. Zudem soll ein Netzwerk entwi­ckelt werden, welches die Teilneh­menden in ihre Teams übertragen können.

Als Abschluss werden die erarbei­teten Einsatz­pläne in einer Einsatz­nach­be­spre­chung erörtert, um die Erkennt­nisse in die zukünftige Arbeit der PSNV-Teams einfließen zu lassen.

Ziel ist es, eine größere Lage wertfrei aufzu­ar­beiten und somit Handlungs­si­cherheit für Einsätze in größeren Lagen zu erreichen.

Referie­rende:

Ulrich Matthias Spengler wurde 1965 in Halle/Saale geboren, ist verhei­ratet und hat drei Kinder. Nach Schule und Lehre arbeitete er 9 Jahre als Schlosser, machte Abend­schul­abitur und wurde Schlos­ser­meister. Bevor er Theologie studierte, arbeitete er ein Jahr im OP eines Kranken­hauses. Im Anschluss an Studium und Vikariat, war er 20 Jahre als Gemein­de­pfarrer tätig, bis er in eine Projekt­pfarr­stelle zur Evalu­ierung des berufs­ethi­schen Unter­richts für die Thüringer Polizei berufen wurde.

Seit 2023 ist er Landes­pfarrer für Polizei- und Notfall­seel­sorge der EKM im Freistaat Thüringen. Er ist langjäh­riger Notfall­seel­sorger und leitete von 2013 bis 2025 ein NFS-Team. Seit 2018 ist er Polizei­seel­sorger und Psycho­so­ziale Fachkraft  im Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam der Thüringer Polizei. Außerdem unter­richtet polizei­liche Berufs­ethik und ist Dozent für PSNV‑B und ‑E-Kräfte.

Mandy Petri, 49 Jahre, verhei­ratet, 1 erw. Kind. Dipl. Päd. (Uni): Sozial‑, Jugend- und Erwach­se­nen­wei­ter­bil­dungs­päd­agogik. Sozial­ar­bei­terin im Bereich Einglie­de­rungs­hilfe im LRA Weimarer Land, Projekt­arbeit – ALEKS; Notfall­be­glei­terin für Betroffene und Einsatz­kräfte; Psycho­so­ziale Fachkraft und Teamlei­terin Notfall­be­gleitung Weimarer Land; Dozentin für die Ausbildung PSAH für Betroffene in Erfurt

14.30–16.00 Uhr | Raum Lang
Seminar

Die Fortent­wicklung der PSNV unter dem Konzept der Community Resilience (Einblicke in das Forschungs­projekt EQuiP)

Projekt­leitung; Salomon-Hochschule Berlin: https://www.ash-berlin.eu/forschung/forschungsprojekte-a‑z/equip/

Im BMFTR-Forschungs­projekt EQuiP wird der Versuch unter­nommen, das Psycho­so­ziale Krisen­ma­nagement (PsychKM) unter der Perspektive des theore­ti­schen Konzepts von Community Resilience weiter­zu­ent­wi­ckeln. Ziel ist es Handlungs­lo­giken und Formen der Zusam­men­arbeit staat­licher und zivil­ge­sell­schaft­licher Akteure im Sinne dieses Konzeptes nachhaltig zu verbessern. Dies hat auch Auswir­kungen auf den Prozess der Weiter­ent­wicklung der PSNV.

Im Workshop wird das Forschungs­projekt und seine bishe­rigen Ergeb­nisse vorge­stellt und mit den Teilneh­menden die Frage­stellung der Weiter­ent­wicklung der PSNV diskutiert.

Referie­rende:

Prof. Dr. Olaf Neumann ist Professor für metho­di­sches Handeln in der Sozialen Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Er ist Dipl. Sozial­ar­beiter, Theater­päd­agoge, appro­bierter Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­rapeut und Gemein­de­psy­chologe (community psycho­logist). Gemeinsam mit Vincenz Leuschner forscht er seit einigen Jahren in der PSNV. Im Projekt EQuiP trägt er die Verant­wortung für eine zu entwi­ckelnde Blended Learning Fortbildung für Mitar­bei­tende aus kommu­nalen Krisen­stäben / anlass­be­zo­genen Koordi­nie­rungs­stellen. Er ist Vorstands­mit­glied der Gesell­schaft für gemein­de­psy­cho­lo­gische Forschung und Praxis (GGFP).

Peter Water­straat ist Diplom Sozial­ar­beiter und Master of Disaster Management and Risk Gover­nance. Ausge­bildet in Notfall­seel­sorge und Einsatz­nach­sorge ist er Leiter der Koordi­nie­rungs­stelle Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung (PSNV) im Gesund­heitsamt der Stadt Frankfurt am Main. In dieser Funktion ist er auch Fachbe­rater-PSNV im städti­schen Krisenstab und beteiligt an der PSNV-Führungs­kräf­te­aus­bildung im Land Hessen. Seit 2016 ist Peter Water­straat, Sprecher der Arbeits­ge­mein­schaft PSNV der Deutschen Gesell­schaft für Katastro­phen­me­dizin (DGKM).

14.30–16.00 Uhr | Raum Straßburg
Seminar

Die PSNV im hessi­schen Katastrophenschutz

Neue Struk­turen und Vorgehensweisen

Die PSNV wird integra­tiver Bestandteil des Katastro­phen­schutzes in Hessen. Dazu werden landesweit einheit­liche Standards geschaffen, die künftig die struk­tu­relle Einbindung von PSNV-Einheiten, deren Ausbildung und Ausstattung, die Profile opera­tiver Führungs­kräfte sowie Schnitt­stellen zur mittel- und langfris­tigen psycho­so­zialen Versorgung definieren.

Flankiert werden diese Regelungen von neu entwi­ckelten operativ-takti­schen Konzepten, die die konkrete Umsetzung von PSNV‑B bei Großscha­dens­lagen und Katastrophen in den Blick nehmen. Diese reichen vom Algorithmus für die Lagefest­stellung PSNV (schnelle und standar­di­sierte Erfassung u.a. von Betrof­fenen-Teilgruppen und deren psychi­schen Zuständen) bis zur Festlegung eines einheit­lichen Sets spezi­eller Einsatz­maß­nahmen für die Versorgung großer Betroffenenzahlen.

Dieser Workshop stellt die neuen Konzepte des Landes Hessen zur Diskussion und lädt zum Austausch ein sowie zum Auspro­bieren neuer Führungs­mittel für die PSNV im Katastrophenschutz.

Referie­rende:

Dr. Robert Stein­hauser, Leiter der Landes­zen­tral­stelle Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung im Hessi­schen Minis­terium des Innern, für Sicherheit und Heimat­schutz. Promo­vierter Psychologe mit Weiter­bildung zum Notfall­psy­cho­logen (BDP) und beruf­lichen Stationen in kogni­tiver Neuro­wis­sen­schaft und Psych­iatrie. Daneben ehren­amt­liche Einsatz- und operative Führungs­kraft in der PSNV der Landes­haupt­stadt Wiesbaden.

16.00 Uhr

Pause 

16.30–18.00 Uhr | Raum Augustinus
Seminar

Betroffene sagen selbst, was ihnen gut tat

German Wings Hinterbliebenen-Gruppe

Einfüh­rungstext von Beate Maue

Mein Name ist BeAte Maue, ich bin 63 Jahre alt und komme aus Mülheim an der Ruhr.

Ich bin Trauer­red­nerin und Trauer­be­glei­terin seit  2019,  dieser Beruf hat mich gefunden, ich habe ihn nicht gesucht.

Der Tod war immer Thema in meinem Leben.

Und den meisten Austausch darüber hatte ich bis zum März 2015 mit meiner Schwester Claudia, die 21 Monate jünger ist als ich. 

Als wir 9 und 7 Jahre alt waren, hat ein betrun­kener Autofahrer unsere 2 Jahre ältere Cousine tot gefahren, 3 Jahre darauf verstarb ihre Mutter, unsere Tante an Krebs … heute denke ich … viel mehr an gebro­chenem Herzen.

Als wir 19 und 17 Jahre alt waren, verstarb unser Opa, als wir 34 und 32 Jahre alt waren, erkrankte unser Vater an einem Gehirn­tumor, der ihn nach 2 inten­siven Jahren das Leben kostete.

Das war der Zeitpunkt, als meiner Schwester und mir klar wurde, dass wir dem Tod einen anderen Platz, viel mehr Raum und Gewicht in unseren Leben einräumen wollen und müssen.

Die Zeit des Abschiedes unseres Vaters auf Raten, so würde ich das heute mal benennen war schrecklich, aber auch berei­chernd und schön … so komisch sich das anhört.

Das Erkennen …. der Tod gehört zum Leben dazu und das müssen wir akzep­tieren, ganz deutlich und präsent.

In all den Todes­fällen unserer Kindheit hatte die Trauer keinen Raum, das Leben musste weiter gehen, heulen hilft da nicht war die Maxime unserer Familie. Es gab keine Möglichkeit, eigenen Trauer­be­dürf­nissen nachzu­spüren. Verdrängung war das, was gelebt wurde. 

Als unser Vater am 23. März 1999 diese irdische Welt verliess, wuschen wir Schwestern ihn in der Nacht noch, kleideten ihn an, zelebrierten wir einen eigenen Abschied, ohne dass wir vorher darüber gesprochen hatten oder das annähernd klar war.

Es war plötzlich da – das Bedürfnis dem Sterbe­prozess den Raum zu geben, den es braucht um einen guten Abschied zu haben.

Es war die inten­sivste gemeinsame Nacht unseres Lebens und von da an, änderte sich auch etwas. Bei der Begegnung mit dem Tod nicht mehr weg zu sehen, war unser gemein­sames Thema.

Viele Menschen verliessen uns auch in den Jahren danach, wir waren einander immer Stütze und nur mitein­ander liess sich das aushalten. Wir hatten eine andere Einstellung zum Tod gefunden, er bekam den Raum im Leben, den er sich sowieso holt. Aber zusammen ging es.

Am 24. März 2015 um 10.41 Uhr stürzte in den Franzö­si­schen Alpen ein Flugzeug der German­wings Airline, auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf ab.

An Bord waren 150 Menschen, Pilot, Copilot, Kabinen­per­sonal und 144 Passagiere.

Unter den Passa­gieren, meine Schwester Claudia und mein Schwager Jürgen Diemer.

Von da an begann mein Leben 2.0.

Es war ein schwerer Weg, mit unend­lichen Unwäg­bar­keiten, Emotionen, Trauer, auch wesentlich geprägt von äußeren Einflüssen.

Nach schlimmen 48 Stunden erhielten wir die Nachricht über die Ursache des Absturzes.

Nach damaligen Erkennt­nissen war es ein erwei­terter Suicid des Copiloten, welcher unter Depres­sionen litt.

Im Rahmen der Bekannt­ma­chung mit den anderen Angehö­rigen aus aller Welt  erfuhr ich die ganze Vielfalt von Trauer, unfrei­willig erlebte ich die unend­liche Unter­schied­lichkeit und SO viele Emotionen.

Referie­rende:

Beate Maue, geboren 1963, war fast 40 Jahre Medizi­nische Fachan­ge­stellte in Arztpraxen und nach einem Studium des Case Management Teamleitung an einer Poliklinik eines Univer­si­täts­kli­nikum. Beim Absturz eines German Wings Flugzeuges in den Franzö­si­schen Alpen starben ihre Schwester und ihr Schwager. Seit 2019 ist sie Trauer­red­nerin, ab 2020 bis zu ihrer Verrentung selbständig.

16.30–18.00 Uhr | Kapitelsaal
Seminar

Notfall­seel­sorge mit Maß und Mitte – eine Einladung zum Moratorium

Ein Beitrag zum Nachdenken darüber, was Resilienz in der Notfall­seel­sorge – und im Einsatz­wesen insgesamt – heute bedeuten kann

Alles bleibt anders. Das gilt auch für die Notfall­seel­sorge: gewachsen, profes­sio­na­li­siert, anerkannt – und gerade deswegen inzwi­schen unter einem perma­nenten Erwar­tungs- und Optimie­rungs­druck. In Zeiten von Dauer­krisen, komplexer Einsatz­lagen und zuneh­mender Einsätze im üblichen Regel­be­trieb, stellt sich die Frage mit neuer Dring­lichkeit: Was kann, soll und darf Notfall­seel­sorge leisten – und wo sind ihre Grenzen?

Der Referent nimmt in diesem Vortrag eine dezidiert persön­liche Perspektive ein. Er spricht aus eigener Erfahrung – insbe­sondere aus seiner Arbeit rund um den 19.2.2020 in Hanau und aus der Notfall­seel­sorge im Regel­be­trieb. Was er dabei gelernt hat, hält er für übertragbar: auf andere Einsatz­kräfte, andere Kontexte, andere helfende Systeme. Denn die Frage nach Maß und Mitte ist keine, die allein die Notfall­seel­sorge betrifft – sie stellt sich überall dort, wo Menschen unter Druck für andere da sind. 

Auf dieser Grundlage lädt der Vortrag ein, innezu­halten. Er setzt sich kritisch mit der pater­na­lis­ti­schen Logik des „Immer-mehr-zuständig-und-abgesi­chert-Seins“ ausein­ander – und mit der Erschöpfung, die diese Logik erzeugt. Statt einer „automa­ti­sierten“ Ausweitung von Zustän­dig­keiten plädiert der Referent für ein Moratorium: eine bewusste Pause zur Bestimmung von Maß und Mitte. Nicht als Rückzug, sondern als Voraus­setzung dafür, handlungs­fähig zu bleiben – persönlich wie systemisch.

Dazu gibt der Referent auch theolo­gische und poime­nische Impulse – und lädt die Teilneh­menden ein, die eigene Praxis in diesem Licht zu befragen und mitein­ander zu diskutieren.

Referie­rende:

Till Martin Wisseler, geboren 1971 in Rheinland-Pfalz, aufge­wachsen in Nordhessen. Im Anschluss an seinen Zivil­dienst war er mehrere Jahre als Rettungs­as­sistent in Marburg tätig. Seit 2005 ist er Pfarrer in Langen­selbold bei Hanau und versieht seitdem regel­mäßig Bereit­schafts­dienste in der Notfall­seel­sorge – und war auch am 19. Februar 2020 in Hanau im Einsatz. Seit Ende 2020 ist er Polizei­seel­sorger im Bereich der PD Main-Kinzig und DVS Past. Südost­hessen und Beauf­tragter für Notfall­seel­sorge im Main-Kinzig-Kreis und Hanau; in dieser Funktion quali­fi­ziert er auch Ehren­amt­liche (Bereich PSNV‑B) nach den PSAH-Standards.

16.30–18.00 Uhr | Augustinerkirche
Seminar

Zusam­men­spiel der Einsatz­kräfte nach einem Einsatz 

Verschiedene Zugänge der PSNV

Ein Polizist erschießt zuerst seine beiden Kinder und seine Frau, danach sich selbst … Die Teilneh­menden erhalten einen Überblick über die Gescheh­nisse und erfahren, was sich in Klettbach / Thüringen ereignete.

Im Einfüh­rungs­vortrag wird erläutert, wie PSNV alarmiert wurde und wie der Einsatz begann. Außerdem erhalten die Teilneh­menden Infor­ma­tionen über die struk­tu­rellen Beson­der­heiten und über die entstan­denen Schwie­rig­keiten vor Ort. Sie erfahren die Möglich­keiten der Zusam­men­arbeit mit anderen Helfenden und Institutionen.

Innerhalb des dazuge­hö­rigen Workshops können die Teilneh­menden gemeinsam einen Lageplan entwerfen und erarbeiten, wie dieser Einsatz für die PSNV abgelaufen sein könnte. Zudem soll ein Netzwerk entwi­ckelt werden, welches die Teilneh­menden in ihre Teams übertragen können.

Als Abschluss werden die erarbei­teten Einsatz­pläne in einer Einsatz­nach­be­spre­chung erörtert, um die Erkennt­nisse in die zukünftige Arbeit der PSNV-Teams einfließen zu lassen.

Ziel ist es, eine größere Lage wertfrei aufzu­ar­beiten und somit Handlungs­si­cherheit für Einsätze in größeren Lagen zu erreichen.

Referie­rende:

Ulrich Matthias Spengler wurde 1965 in Halle/Saale geboren, ist verhei­ratet und hat drei Kinder. Nach Schule und Lehre arbeitete er 9 Jahre als Schlosser, machte Abend­schul­abitur und wurde Schlos­ser­meister. Bevor er Theologie studierte, arbeitete er ein Jahr im OP eines Kranken­hauses. Im Anschluss an Studium und Vikariat, war er 20 Jahre als Gemein­de­pfarrer tätig, bis er in eine Projekt­pfarr­stelle zur Evalu­ierung des berufs­ethi­schen Unter­richts für die Thüringer Polizei berufen wurde.

Seit 2023 ist er Landes­pfarrer für Polizei- und Notfall­seel­sorge der EKM im Freistaat Thüringen. Er ist langjäh­riger Notfall­seel­sorger und leitete von 2013 bis 2025 ein NFS-Team. Seit 2018 ist er Polizei­seel­sorger und Psycho­so­ziale Fachkraft  im Krisen­in­ter­ven­ti­onsteam der Thüringer Polizei. Außerdem unter­richtet polizei­liche Berufs­ethik und ist Dozent für PSNV‑B und ‑E-Kräfte.

Mandy Petri, 49 Jahre, verhei­ratet, 1 erw. Kind. Dipl. Päd. (Uni): Sozial‑, Jugend- und Erwach­se­nen­wei­ter­bil­dungs­päd­agogik. Sozial­ar­bei­terin im Bereich Einglie­de­rungs­hilfe im LRA Weimarer Land, Projekt­arbeit – ALEKS; Notfall­be­glei­terin für Betroffene und Einsatz­kräfte; Psycho­so­ziale Fachkraft und Teamlei­terin Notfall­be­gleitung Weimarer Land; Dozentin für die Ausbildung PSAH für Betroffene in Erfurt

16.30–18.00 Uhr | Raum Lang
Seminar

Die Fortent­wicklung der PSNV unter dem Konzept der Community Resilience (Einblicke in das Forschungs­projekt EQuiP)

Projekt­leitung; Salomon-Hochschule Berlin: https://www.ash-berlin.eu/forschung/forschungsprojekte-a‑z/equip/

Im BMFTR-Forschungs­projekt EQuiP wird der Versuch unter­nommen, das Psycho­so­ziale Krisen­ma­nagement (PsychKM) unter der Perspektive des theore­ti­schen Konzepts von Community Resilience weiter­zu­ent­wi­ckeln. Ziel ist es Handlungs­lo­giken und Formen der Zusam­men­arbeit staat­licher und zivil­ge­sell­schaft­licher Akteure im Sinne dieses Konzeptes nachhaltig zu verbessern. Dies hat auch Auswir­kungen auf den Prozess der Weiter­ent­wicklung der PSNV.

Im Workshop wird das Forschungs­projekt und seine bishe­rigen Ergeb­nisse vorge­stellt und mit den Teilneh­menden die Frage­stellung der Weiter­ent­wicklung der PSNV diskutiert.

Referie­rende:

Prof. Dr. Olaf Neumann ist Professor für metho­di­sches Handeln in der Sozialen Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Er ist Dipl. Sozial­ar­beiter, Theater­päd­agoge, appro­bierter Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­rapeut und Gemein­de­psy­chologe (community psycho­logist). Gemeinsam mit Vincenz Leuschner forscht er seit einigen Jahren in der PSNV. Im Projekt EQuiP trägt er die Verant­wortung für eine zu entwi­ckelnde Blended Learning Fortbildung für Mitar­bei­tende aus kommu­nalen Krisen­stäben / anlass­be­zo­genen Koordi­nie­rungs­stellen. Er ist Vorstands­mit­glied der Gesell­schaft für gemein­de­psy­cho­lo­gische Forschung und Praxis (GGFP).

Peter Water­straat ist Diplom Sozial­ar­beiter und Master of Disaster Management and Risk Gover­nance. Ausge­bildet in Notfall­seel­sorge und Einsatz­nach­sorge ist er Leiter der Koordi­nie­rungs­stelle Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung (PSNV) im Gesund­heitsamt der Stadt Frankfurt am Main. In dieser Funktion ist er auch Fachbe­rater-PSNV im städti­schen Krisenstab und beteiligt an der PSNV-Führungs­kräf­te­aus­bildung im Land Hessen. Seit 2016 ist Peter Water­straat, Sprecher der Arbeits­ge­mein­schaft PSNV der Deutschen Gesell­schaft für Katastro­phen­me­dizin (DGKM).

16.30–18.00 Uhr | Raum Straßburg
Seminar

Die PSNV im hessi­schen Katastrophenschutz

Neue Struk­turen und Vorgehensweisen

Die PSNV wird integra­tiver Bestandteil des Katastro­phen­schutzes in Hessen. Dazu werden landesweit einheit­liche Standards geschaffen, die künftig die struk­tu­relle Einbindung von PSNV-Einheiten, deren Ausbildung und Ausstattung, die Profile opera­tiver Führungs­kräfte sowie Schnitt­stellen zur mittel- und langfris­tigen psycho­so­zialen Versorgung definieren.

Flankiert werden diese Regelungen von neu entwi­ckelten operativ-takti­schen Konzepten, die die konkrete Umsetzung von PSNV‑B bei Großscha­dens­lagen und Katastrophen in den Blick nehmen. Diese reichen vom Algorithmus für die Lagefest­stellung PSNV (schnelle und standar­di­sierte Erfassung u.a. von Betrof­fenen-Teilgruppen und deren psychi­schen Zuständen) bis zur Festlegung eines einheit­lichen Sets spezi­eller Einsatz­maß­nahmen für die Versorgung großer Betroffenenzahlen.

Dieser Workshop stellt die neuen Konzepte des Landes Hessen zur Diskussion und lädt zum Austausch ein sowie zum Auspro­bieren neuer Führungs­mittel für die PSNV im Katastrophenschutz.

Referie­rende:

Dr. Robert Stein­hauser, Leiter der Landes­zen­tral­stelle Psycho­so­ziale Notfall­ver­sorgung im Hessi­schen Minis­terium des Innern, für Sicherheit und Heimat­schutz. Promo­vierter Psychologe mit Weiter­bildung zum Notfall­psy­cho­logen (BDP) und beruf­lichen Stationen in kogni­tiver Neuro­wis­sen­schaft und Psych­iatrie. Daneben ehren­amt­liche Einsatz- und operative Führungs­kraft in der PSNV der Landes­haupt­stadt Wiesbaden.

Doppel­workshop

14.30–18.00 Uhr | Ort der Einkehr
Übung

Der Seele Nahrung geben

„Und dann muss man noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.“
(Astrid Lindgren) – Meditation und Kontem­plation im Alltag

Einführung in unter­schied­liche, alltags­taug­liche Medita­ti­ons­prak­tiken. Kennen­lernen des Herzens­ge­betes als kontem­plative Übung. Praktische Übungen für die Anwendung „zwischen­durch“.

Referie­rende:

Sr. Ulrike Radix, Diakonin, Medita­tions- und Eutonie­lei­terin, engagiert sich ehren­amtlich in der Sterbebegleitung

Diakonin Anke Urban-Dornhoff, Seelsor­gerin

19.00 Uhr | Augus­ti­ner­kirche

Ökume­ni­scher Gottes­dienst 

mit:

Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvor­sit­zende der Evange­li­schen Kirche in Deutschland (EKD)

Weihbi­schof Dr. Reinhard Hauke, Weihbi­schof für das Bistum Erfurt

Grußworte:

Staats­se­kretär Andreas Bausewein, Thüringer Minis­terium für Inneres, Kommu­nales und Landesentwicklung

Oberkir­chenrat Andreas Jensen, Referat Seelsorge, Gemein­de­formen, Gottes­dienst im Kirchenamt der EKD

Stephan Koch, Vorsit­zender Bundes­kon­ferenz Katho­lische Notfallseelsorge

Christian Zöller, Vorstand Versi­cherer im Raum der Kirchen (VRK)

20.30 Uhr

Abend der Begegnung im Ev. Augustinerkloster

Zum vollstän­digen Programm

Mittwoch 17.06.2026

Zum vollstän­digen Programm

Freitag, 19.06.2026

Die Notfallseelsorge
der Kirchen
in Deutschland

Überblick:

Bundeskongress
Historie
Anmeldung

Programm:

Mittwoch 17.06.2026
Donnerstag 18.06.2026
Freitag 19.06.2026

Infos:

Impressum
Datenschutzerklärung

Veranstalter:

Konferenz Evangelische Notfallseelsorge in der Evangelischen Kirche in Deutschland (KEN)

Bundeskonferenz Katholische Notfallseelsorge (BKN)

Akademie des Versicherers im Raum der Kirchen (VRK).