Bundeskongress 2026
Programm: Mittwoch, 17.06.2026
10.00 Uhr
Eröffnung
mit:
Dr. Georg Hofmeister, Geschäftsführer,
Akademie des Versicherers im Raum der Kirchen
Kirchenrat Dirk Wollenweber, Vorsitzender Konferenz Evangelische Notfallseelsorge
Stephan Koch, Vorsitzender Bundeskonferenz Katholische Notfallseelsorge
Dr. Thomas Zippert, Vorbereitungskreis BUKO 2026,
Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck
10.30–11.30 Uhr
Vorlesung
Stand der Einführung von Landeszentralstellen PSNV*
Bericht aus der Lüfag über Trends, Baustellen, Erfahrungen, „Zeitansage“
*PSNV= psychosoziale Notfallversorgung: psycho-social emergency care.
Referierende:
Justus Münster/Dorothea Wichterich
11.15 Uhr
Pause
11.45–13.00 Uhr
Vorlesung
Interventionsmaßnahmen in der PSNV – Ein Forschungsüberblick
Weltweit existiert eine große Vielfalt psychosozialer Interventionsmaßnahmen – für unterschiedliche Ereignisse, Zielgruppen und Zeitpunkte. Diese Diversität spiegelt sich in einer ebenso heterogenen Forschungslage wider, in der fortlaufend nach Antworten und Orientierung für die Praxis der PSNV gesucht wird. Der Vortrag lädt dazu ein, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre Potenziale darzustellen, aber auch offene Fragen zu beleuchten: Was wissen wir wirklich über die Evidenz von akuten Interventionsmaßnahmen, ihrer Wirksamkeit und prognostischen Möglichkeiten – und wo lohnt sich ein genauerer Blick?
Referierende:
Dr. Philipp Jann, Leiter Institut für Notfallpsychologie GmbH & Co. KG, Bielefeld
13.00–14.30 Uhr
Mittagspause
14.30–16.00 Uhr
Vorlesung
Evaluation der Psychosozialen Akuthilfe aus der Perspektive Betroffener
Evaluation der Psychosozialen Akuthilfe aus der Perspektive Betroffener
Einsatzkräften in der Psychosozialen Akuthilfe bleibt nach Einsätzen in erster Linie das eigene Empfinden dazu, wie gelungen eine Betreuung verlaufen ist; Rückmeldungen Betroffener sind selten und systematische Befragungen insbesondere zu alltagsnahen Einsätzen gibt es bislang kaum. Aber was sagen Betroffene Wochen und Monate später darüber, wie sie die Betreuung durch die PSAH erlebt haben und wie es ihnen inzwischen geht? In einem Forschungsprojekt der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem KIT-München wurde diesen und weiteren Fragen nachgegangen. Der Beitrag stellt die Chancen, aber auch strukturelle und persönliche Herausforderungen solcher Forschung dar. Vor allem aber werden zentrale Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt, die so seltene wie wertvolle Einblicke in die Erlebenswelt Betroffener gewähren und manch überraschende Erkenntnis ebenso bereithalten wie bewegende Rückmeldungen.
Referierende:
Sebastian Hoppe ist Psychologe und bei der AETAS Kinderstiftung in München tätig. Seit Jahren forscht er zur Frage der Wirksamkeit von Krisenintervention und lehrt zu verschiedenen Themen der Psychosozialen Akuthilfe. Ehrenamtlich engagiert er sich im Münchner Kriseninterventionsteam KIT-München, das er zuvor fachlich leitete. So vereint er Erfahrungen aus Einsatzpraxis, Leitung, Forschung und Lehre in der Krisenintervention.
14.30–16.00 Uhr
Vorlesung
Grundlegendes zu Konzepten und Definitionen von Resilienz, deren Messung und aktuelle Forschungsergebnisse
In seinem Vortrag gibt Raffael Kalisch eine Einführung in zentrale Konzepte der Stressresilienz und beleuchtet die Frage, warum manche Menschen nach Traumatisierung oder unter anhaltender Belastung psychisch gesund bleiben. Der Vortrag behandelt zunächst grundlegende Fragen der Definition und Operationalisierung von Resilienz. Im Weiteren präsentiert Kalisch eine integrative Theorie der Resilienz, in deren Mittelpunkt das Konstrukt des „Positive Appraisal Style“ (PAS) – einer individuellen Tendenz in der Stressorbewertung – steht. Anhand aktueller Befunde zeigt Kalisch, wie PAS zur Aufrechterhaltung psychischer Gesundheit in stressbelasteten Individuen beiträgt. PAS vermittelt darüber hinaus die Effekte anderer Resilienzfaktoren und kann per Intervention verändert werden. Im Ausblick stellt Kalisch die Frage einer Anbindung an Glaubenskonzepte.
Referierende:
Prof. Dr. Raffael Kalisch ist Professor für Human Neuroimaging an der Universitätsmedizin Mainz und Arbeitsgruppenleiter am Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) in Mainz. Seine Forschung beschäftigt sich mit den psychologischen, neurobiologischen und systembiologischen Mechanismen der Stressresilienz. Kalisch ist Autor der Positive Appraisal Style Theory of Resilience (PASTOR), einer integrativen Theorie, die individuelle Tendenzen in der Stressorbewertung in den Mittelpunkt stellt. Kalisch studierte Humanbiologie in Marburg und Paris und forschte am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, am Functional Imaging Laboratory in London und am Institut für Systemische Neurowissenschaften in Hamburg.
14.30–16.00 Uhr
Vorlesung
Resilienz theologisch
Resilienz ist Sehnsuchtsbegriff, soll spirituelles Wohlbefinden garantieren und überhaupt alles im Leben leichter machen. Doch so einfach ist es nicht: Zwar kann Resilienz ein harmloses Alltagsphänomen sein, das uns hilft, im täglichen Chaos Ruhe und Übersicht zu bewahren. Wirklich relevant wird sie aber dort, wo wir es mit existentiellen Krisensituationen zu tun haben. Resilienz ist geradezu ein ambivalentes Krisenphänomen par excellence, weil es um das Aushalten und Gestalten von Ohnmacht, Angst und Sorge geht. Lässt sich so etwas trainieren? Nicht im Sinne des Fitnessstudios. Hilfreich sind aber Prozesse der Sensibilisierung, Selbstreflexion und Bewusstseinsbildung bis hin zur Internalisierung von aktiven, mediopassiven und passiven Formen des Innehaltens, von Konzentration und Achtsamkeit, Selbstwirksamkeit und professioneller Nachdenklichkeit bis hin zur unbeirrbaren Hoffnung, dass wir sogar durch Leid und Tod hindurch neues Licht sehen können. Religion und Spiritualität bieten hierfür ein großes Reservoir an Sinngebungen, Resonanzphänomenen und ritualisierten Praxisformen.
Referierende:
Bischöfin Prof. Dr. Cornelia Richter ist seit 2012 Professorin für Systematische Theologie an der Universität Bonn und (designierte) Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Seit 2014 leitet sie die interdisziplinäre Forschungsgruppe „Resilience and Humanities“, die zahlreiche hoch renommierte Förderungen der VW-Stiftung und der DFG eingeworben hat, darunter die DFG-FOR „Resilienz in Religion und Spiritualität“ (2019–2023) und das Koselleck-Projekt zu „Ambivalenzsensibler Nachdenklichkeit“ zur
Unterstützung junger Berufsanfänger in Gesundheitswesen und Seelsorge (2026–2031). Seit 2024 ist sie zudem Joint Research Professor an der University of St. Andrews.
14.30–16.00 Uhr
Vorlesung/Lecture
Förderung von Resilienz in der Israelischen Gesellschaft (Natal)
Zwei Vertreter von NATAL, einer zivilgesellschaftlichen Organisation aus Israel, werden uns von ihren Erfahrungen, Ansätzen und Methoden berichten, wie die Resilienz einer Bevölkerung gestärkt werden kann. Natal wurde 1998 gegründet, ist auch direkt für Betroffene erreichbar, sei es über eine Hotline, verschiedene Teams wie Community Resiliency und Clinical Units, auf Ebene der Individuen und Familien, der Gemeinden und der Gesellschaft. Bisher gab es über 500.000 Kontakte mit Betroffenen. Sie arbeiten auch in der Forschung. Sie arbeiten mit einem einzigartigen Modell multidiziplinärer psychologischer Unterstützung, direkt und indirekt, sowohl im Bereich der Prävention, der Bewusstseinsbildung als auch der Intervention und Behandlung. Der englische Vortrag wird simultan übersetzt.
Der workshop von NATAL dient der vertieften Diskussion und dem Erfahrungsaustausch. Er wird die sehr unterschiedlichen historischen und Bedingungen des gesellschaftlichen Lebens in den Blick nehmen und überprüfen, welche der Erfahrungen vergleichbar und ob Ansätze von Natal in deutsche Kontexte übertragbar sind. Der Workshop wird auf Englisch stattfinden; wir helfen uns gegenseitig beim Übersetzen.
Referierende:
Ms. Peleg is an Architect, Managing Director of Peleg Exhibition Organizer Ltd, and founder of “Chaos,” an interdisciplinary artistic approach to art and resilience. Ms. Peleg was the Director of Strategic Partnerships at NATAL Global, the international arm of NATAL, from 2018 to 2021. Today she serves as a specialist consultant at NATAL, supporting the organization in bringing decades of its expertise to European countries.
Daniel Goldstein is a Social worker and trauma specialist who brings both professional expertise and lived experience to his work with post-traumatic challenges. As a group facilitator, reserve officer, and Director of Community Programs at NATAL – Israel Trauma and Resiliency Center, Daniel has dedicated the past five years to developing innovative community-based interventions focused on post-traumatic growth and peer support for soldiers and veterans affected by service-related mental health challenges. Over the past 18 months, he has spearheaded collaborative initiatives with municipalities, universities, and communities to create specialized support programs for reservists transitioning back to civilian life.
14.30–16.00 Uhr
Vorlesung
Was ist zu Wirkungen von Seelsorge bekannt und belegt?
Referierende:
Prof. Dr. K. Lammer
14.30–16.00 Uhr
Workshop/Seminar
Opferbeauftragter
Opferbeauftragter des Bundes oder eines Bundeslandes anfragen (Zusage vom Bundesopferbeauftragten)
Referierende:
14.30–16.00 Uhr
Seminar
Resilienz/Selfcare praktisch als Vorbereitung für Care of clients?
Referierende:
Dr. Corinna Posingies
14.30–18.00 Uhr
Seminar
PSNV und Vagusnerv: Ein Perfect Match?
Wie können Menschen nach belastenden Ereignissen dabei unterstützt werden, wieder im Hier und Jetzt anzukommen – und welche Rolle spielt dabei der Körper?
Dieser Workshop verbindet zentrale Ansätze der psychosozialen Notfallversorgung mit einem ersten Kennenlernen somatischer Elemente rund um den Vagusnerv.
Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Gespräch und Körperwahrnehmung: Wie können einfache, körperorientierte Impulse das Ankommen, die Stabilisierung und die Selbstregulation nach einem Ereignis unterstützen? Die Teilnehmenden erhalten einen verständlichen Einblick in die Bedeutung des Nervensystems bei Stressreaktionen und lernen ausgewählte somatische Zugänge kennen – erfahrungsorientiert, niedrigschwellig und ohne therapeutischen Anspruch.
Der Workshop bietet Raum für Austausch und Reflexion und versteht sich als Einladung, somatische Elemente als ergänzenden Baustein in der PSNV wahrzunehmen.
Referierende:
Dr. Aranke Spehr, Leitende Polizeipsychologin der Polizei Hamburg und Fachliche Leitung der PSNV E bei der Polizei Hamburg
16.00 Uhr
Pause
16.30–18.00 Uhr
Vorlesung
Resilienz medizinisch
In seinem Vortrag gibt Raffael Kalisch eine Einführung in zentrale Konzepte der Stressresilienz und beleuchtet die Frage, warum manche Menschen nach Traumatisierung oder unter anhaltender Belastung psychisch gesund bleiben. Der Vortrag behandelt zunächst grundlegende Fragen der Definition und Operationalisierung von Resilienz. Im Weiteren präsentiert Kalisch eine integrative Theorie der Resilienz, in deren Mittelpunkt das Konstrukt des „Positive Appraisal Style“ (PAS) – einer individuellen Tendenz in der Stressorbewertung – steht.Anhand aktueller Befunde zeigt Kalisch, wie PAS zur Aufrechterhaltung psychischer Gesundheit in stressbelasteten Individuen beiträgt. PAS vermittelt darüber hinaus die Effekte anderer Resilienzfaktoren und kann per Intervention verändert werden. Im Ausblick stellt Kalisch die Frage einer Anbindung an Glaubenskonzepte.
Referierende:
Prof. Dr. Raffael Kalisch ist Professor für Human Neuroimaging an der Universitätsmedizin Mainz und Arbeitsgruppenleiter am Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) in Mainz. Seine Forschung beschäftigt sich mit den psychologischen, neurobiologischen und systembiologischen Mechanismen der Stressresilienz. Kalisch ist Autor der Positive Appraisal Style Theory of Resilience (PASTOR), einer integrativen Theorie, die individuelle Tendenzen in der Stressorbewertung in den Mittelpunkt stellt. Kalisch studierte Humanbiologie in Marburg und Paris und forschte am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, am Functional Imaging Laboratory in London und am Institut für Systemische Neurowissenschaften in Hamburg.
16.30–18.00 Uhr
Vorlesung
Resilienz theologisch
Resilienz ist Sehnsuchtsbegriff, soll spirituelles Wohlbefinden garantieren und überhaupt alles im Leben leichter machen. Doch so einfach ist es nicht: Zwar kann Resilienz ein harmloses Alltagsphänomen sein, das uns hilft, im täglichen Chaos Ruhe und Übersicht zu bewahren. Wirklich relevant wird sie aber dort, wo wir es mit existentiellen Krisensituationen zu tun haben. Resilienz ist geradezu ein ambivalentes Krisenphänomen par excellence, weil es um das Aushalten und Gestalten von Ohnmacht, Angst und Sorge geht. Lässt sich so etwas trainieren? Nicht im Sinne des Fitnessstudios. Hilfreich sind aber Prozesse der Sensibilisierung, Selbstreflexion und Bewusstseinsbildung bis hin zur Internalisierung von aktiven, mediopassiven und passiven Formen des Innehaltens, von Konzentration und Achtsamkeit, Selbstwirksamkeit und professioneller Nachdenklichkeit bis hin zur unbeirrbaren Hoffnung, dass wir sogar durch Leid und Tod hindurch neues Licht sehen können. Religion und Spiritualität bieten hierfür ein großes Reservoir an Sinngebungen, Resonanzphänomenen und ritualisierten Praxisformen.
Referierende:
Bischöfin Prof. Dr. Cornelia Richter ist seit 2012 Professorin für Systematische Theologie an der Universität Bonn und (designierte) Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Seit 2014 leitet sie die interdisziplinäre Forschungsgruppe „Resilience and Humanities“, die zahlreiche hoch renommierte Förderungen der VW-Stiftung und der DFG eingeworben hat, darunter die DFG-FOR „Resilienz in Religion und Spiritualität“ (2019–2023) und das Koselleck-Projekt zu „Ambivalenzsensibler Nachdenklichkeit“ zur
Unterstützung junger Berufsanfänger in Gesundheitswesen und Seelsorge (2026–2031). Seit 2024 ist sie zudem Joint Research Professor an der University of St. Andrews.
16.30–18.00 Uhr
Vorlesung/Lecture
Förderung von Resilienz in der Israelischen Gesellschaft (Natal)
Zwei Vertreter von NATAL, einer zivilgesellschaftlichen Organisation aus Israel, werden uns von ihren Erfahrungen, Ansätzen und Methoden berichten, wie die Resilienz einer Bevölkerung gestärkt werden kann. Natal wurde 1998 gegründet, ist auch direkt für Betroffene erreichbar, sei es über eine Hotline, verschiedene Teams wie Community Resiliency und Clinical Units, auf Ebene der Individuen und Familien, der Gemeinden und der Gesellschaft. Bisher gab es über 500.000 Kontakte mit Betroffenen. Sie arbeiten auch in der Forschung. Sie arbeiten mit einem einzigartigen Modell multidiziplinärer psychologischer Unterstützung, direkt und indirekt, sowohl im Bereich der Prävention, der Bewusstseinsbildung als auch der Intervention und Behandlung. Der englische Vortrag wird simultan übersetzt.
Der workshop von NATAL dient der vertieften Diskussion und dem Erfahrungsaustausch. Er wird die sehr unterschiedlichen historischen und Bedingungen des gesellschaftlichen Lebens in den Blick nehmen und überprüfen, welche der Erfahrungen vergleichbar und ob Ansätze von Natal in deutsche Kontexte übertragbar sind. Der Workshop wird auf Englisch stattfinden; wir helfen uns gegenseitig beim Übersetzen.
Referierende:
Ms. Peleg is an Architect, Managing Director of Peleg Exhibition Organizer Ltd, and founder of “Chaos,” an interdisciplinary artistic approach to art and resilience. Ms. Peleg was the Director of Strategic Partnerships at NATAL Global, the international arm of NATAL, from 2018 to 2021. Today she serves as a specialist consultant at NATAL, supporting the organization in bringing decades of its expertise to European countries.
Daniel Goldstein is a Social worker and trauma specialist who brings both professional expertise and lived experience to his work with post-traumatic challenges. As a group facilitator, reserve officer, and Director of Community Programs at NATAL – Israel Trauma and Resiliency Center, Daniel has dedicated the past five years to developing innovative community-based interventions focused on post-traumatic growth and peer support for soldiers and veterans affected by service-related mental health challenges. Over the past 18 months, he has spearheaded collaborative initiatives with municipalities, universities, and communities to create specialized support programs for reservists transitioning back to civilian life.
16.30–18.00 Uhr
Vorlesung
Was ist zu Wirkungen von Seelsorge bekannt und belegt?
Referierende:
Prof. Dr. K. Lammer
16.30–18.00 Uhr
Workshop/Seminar
Opferbeauftragter
Opferbeauftragter des Bundes oder eines Bundeslandes anfragen (Zusage vom Bundesopferbeauftragten)
Referierende:
16.30–18.00 Uhr
Seminar
Resilienz/Selfcare praktisch als Vorbereitung für Care of clients?
Referierende:
Dr. Corinna Posingies
16.30–18.00 Uhr
Seminar
PSNV und Vagusnerv: Ein Perfect Match?
Wie können Menschen nach belastenden Ereignissen dabei unterstützt werden, wieder im Hier und Jetzt anzukommen – und welche Rolle spielt dabei der Körper?
Dieser Workshop verbindet zentrale Ansätze der psychosozialen Notfallversorgung mit einem ersten Kennenlernen somatischer Elemente rund um den Vagusnerv.
Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Gespräch und Körperwahrnehmung: Wie können einfache, körperorientierte Impulse das Ankommen, die Stabilisierung und die Selbstregulation nach einem Ereignis unterstützen? Die Teilnehmenden erhalten einen verständlichen Einblick in die Bedeutung des Nervensystems bei Stressreaktionen und lernen ausgewählte somatische Zugänge kennen – erfahrungsorientiert, niedrigschwellig und ohne therapeutischen Anspruch.
Der Workshop bietet Raum für Austausch und Reflexion und versteht sich als Einladung, somatische Elemente als ergänzenden Baustein in der PSNV wahrzunehmen.
Referierende:
Dr. Aranke Spehr, Leitende Polizeipsychologin der Polizei Hamburg und Fachliche Leitung der PSNV E bei der Polizei Hamburg
Doppelworkshops
14.30–18.00 Uhr
Übung
„Spirituelle Tankstellen“
Referierende:
Jutta Radix
14.30–18.00 Uhr
Seminar (Doppelworkshop)
Notfallseelsorge, Krisenintervention, Psychosoziale Akuthilfe
Zwischen christlichem Auftrag, Gebot der Menschlichkeit und öffentlicher Daseinsvorsorge in einem zunehmend säkularisierten und durch Ehrenamtlichkeit geprägtem Umfeld
Kirchen waren in vielen Bundesländern die Initiatorinnen für die Begleitung von Angehörigen, Hinterbliebenen und Betroffenen. Mit Beauftragungen bzw. Einrichten von (Pfarr-)Stellen wurde Notfallseelsorge aufgebaut. Gleichzeitig entdeckten auch Hilfsorganisationen oder engagierte Menschen die Aufgabe für sich, ohne sich konfessionell binden zu wollen. Ehrenamtlichkeit nimmt zu bzw. prägte in einigen Regionen von Beginn an die Arbeit. Inzwischen wird in vielen Bundesländern Notfallseelsorge und Krisenintervention als Psychosoziale Akuthilfe im Rahmen der staatlichen Daseinsfürsorge zumindest im Falle von Katastrophen und Großschadensereignissen diskutiert und geregelt.
Dies stellt viele Systeme der Notfallseelsorge und der Krisenintervention verschiedener Träger vor große Herausforderungen.
Im Workshop werden verschiedene Struktur- und Organisationsformen vorgestellt und ins Gespräch gebracht. Gleichzeitig werden Erwartungen und Erfahrungen ausgetauscht.
Referierende:
Franziska Epple ist Leiterin der Landeszentralstelle PSNV in Sachsen. Seit 01.01.2025 ist Psychosoziale Akuthilfe als Teil des Katastrophenschuzes gesetzlich verankert. Aktuell werden die Teams der Notfallseelsorge und Krisenintervention in den Gebietskörperschaften durch Kooperationsverträge in den Katastrophenschutz integriert. Aktuell wird eine Ausbildung zum Leiter PSAH konzipiert.
Tobias Hönig ist Vorsitzender des Landesverbandes PSNV Sachsen e.V., in dem nahezu alle Träger und Teams der Notfallseelsorge und Krisenintervention in Sachsen organisiert sind. Der Landesverband arbeitet eng mit der Landeszentralstelle zusammen und ist in die konzeptionelle Arbeit eingebunden. Zugleich ist er Vorsitzender des Kriseninterventionsteams in Leipzig, das ein eigetragener Verein ist.
Matthias Große ist Beauftragter für Notfallseelsorge der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und begleitet Teams in ihrer Arbeit, bildet sowohl im Rahmen des Landesverbandes PSNV Sachsen e.V. als auch der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens Mitarbeitende in der Krisenintervention und Notfallseelsorge aus und vertritt die EVLKS im Vorstand des Landesverbandes. Als Polizeipfarrer ist er in die Einsatznachsorgestrukturen der Sächsischen Polizei eingebunden.
Weitere Mitwirkende:
- Bianca van der Hayden, Landespfarrerin für Notfallseelsorge Ev. Kirche im Rheinland
- Daniela Jander-Vanselow, Leiterin des Notfallseelsorgeteams der Diakonie Meißen-Großenhain
- Sven Böttger, Leiter des Teams des DRK Dresdner Land (Umland Meißen)
- Cornelia Jung, Stellvertreterin des Landesbeauftragten Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) in der Landeskonferenz Notfallseelsorge / Krisenintervention in Brandenburg
- Almut Freisen, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen / Referat für Rettungswesen, Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz (V A 4)
- Peter Waaterstraat, Leiter der Koordinierungsstelle Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) im Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main
- Dr. Robert Steinhauser, Leiter Landeszentralstelle PSNV Hessen